Abdeckung

Metallurgie

1. Auf das flüssige Metall aufgebrachte Deckschicht, bestehend aus einem Schmelzhilfsmittel (Abdeckmittel, Abdecksalz, Reinigungsmittel). Je nach Zusammensetzung unterscheidet man chemisch neutral wirkende, reduzierende und oxidierende Abdeckungen. Neutrale Schmelzabdeckungen reagieren nicht mit dem flüssigen Metall und verhindern eine Reaktion zwischen Badoberfläche und Ofen- oder Luftatmosphäre; sie wirken daher abbrandvermindernd. Die gleiche Aufgabe haben reduzierende Abdeckungen, wie glühende Holzkohle, die eine reduzierende Gasatmosphäre über dem Badspiegel erzeugen und so den Zutritt von Luftsauerstoff zur Schmelze verhindern. Oxidierende Abdeckungen enthalten Metalloxide, die mit der Schmelze reagieren und ihren Sauerstoffgehalt ganz oder teilweise an das flüssige Metall abgeben; solche Abdeckungen werden zum oxidierenden Schmelzen von Kupfer und Kupferlegierungen verwendet. Die Abdeckung des schmelzflüssigen Magnesiums mit Abdecksalzen beruht auf dem Luftabschluss des Magnesiums durch das bereits unterhalb 400 °C schmelzenden Salzes. Aufgrund der Oberflächenspannung des flüssigen Metalls schwimmt das Chlorid auf der Metalloberfläche und schließt es von der Umgebungsatmosphäre ab.

2. Speiserabdeckungen, das heißt Abdecken eines Speisers mit wärmeabgebenden (exothermen) oder wärmeisolierenden, pulverförmigen Mitteln, (exotherme Speiserbeheizung, Isoliermasse).

Taschenbuch der Gießerei-Praxis

Jährlich aktualisierte Ausgabe des Nachschlagewerks für das Gießereiwesen.