Abschreckzusatzmittel

Wärmebehandlung

Zusatzstoff, der in flüssige Abschreckmittel zur Verminderung der Abschreckwirkung gegeben wird. Normalerweise ist die Abschreckgeschwindigkeit um so niedriger, je wärmer das Abschreckmittel ist; so wird beispielsweise bei der Wärmebehandlung von Leichtmetallen häufig heißes oder kochendes Wasser als Abschreckmittel verwendet, um Verzug und Wärmespannungen im Werkstück zu vermeiden. Wird in das Abschreckmittel noch ein Zusatzstoff, der wärmeisolierende Schichten bildet, gegeben, so kann auf das Erhitzen einer solchen Abschreckflüssigkeit verzichtet werden.

Als Zusatzmittel dienen solche Stoffe, die in der betreffenden Abschreckflüssigkeit eine umgekehrte Löslichkeit besitzen. Verwendet werden beispielsweise Polyalkalenglykole, die im kalten Wasser löslich, im heißen Wasser jedoch unlöslich sind. Die effektive Abschreckwirkung ist daher in kaltem Wasser, das einen solchen Zusatz enthält, gleich oder geringer als in heißem, reinen Wasser. Beim Eintauchen des Glühgutes scheidet sich an dessen Oberfläche ein Teil des Zusatzstoffes aus, der eine wärmeisolierende Schicht bildet und die Abschreckgeschwindigkeit vermindert; das Wasser kommt nicht an der Metalloberfläche zum Sieden, sondern an der Außenseite des entstandenen Isolierüberzuges. Je größer der Gehalt des Zusatzmittels in der Abschreckflüssigkeit ist, desto geringer ist die Abschreckgeschwindigkeit.