atmosphärischer Speiser

Herstellung Formen und Kerne
Luftdruckspeiser, im Gegenteil zum offenen Speiser ist dies ein geschlossener, seitlich angesetzter Speiser. Im oberen Teil des Luftdruckspeisers wird ein nach seinem Erfinder benannter Williamskern mit kegeliger oder pyramidenförmiger Spitze eingesetzt; zuweilen genügt auch eine scharfe Sandkante (Einkerbung). Sie ragt in das Innere des Speiserholraums hinein und wird deshalb vom Metall stärker aufgeheizt als die benachbarte Speiserinnenwand. Während diese bald mit einer erstarrten, luftundurchlässigen Metallkruste überzogen ist, bleibt der heiße Williamskern davon frei. Bildet sich nun im Gussstück infolge der mit der Erstarrung beginnenden Volumenkontraktion ein Hohlraum (Innenlunker), entsteht dort zunächst ein Unterdruck. Da der heiße Williamskern an der Speiserinnenfläche ein Loch in der erstarrten Metallkruste offenhält, kann hier der äußere (atmosphärische) Luftdruck wirksam werden und Metall aus dem Speiser in das Gussstück drücken. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gussstück allseitig eine feste Schale gebildet hat. Im Gegensatz zum offenen Speiser, der naturgemäß nur nach unten hin sättigen kann, reicht der Wirkungsbereich des Luftdruckspeisers unter Umständen über seine Höhe hinaus. Es können auf diese Weise auch Stellen am Gussstück gespeist werden, die höher liegen als der Speiser; das Ausbringen wird wesentlich verbessert. Bei der sogenannten Massel, die vorzugsweise bei der Herstellung von Temperguss- und NE-Metallgussstücken verwendet wird, verzichtet man auf die Einkerbung.