Baumann-Abdruck

Metallography
Metallographisches Verfahren zum Nachweis von Schwefelanreicherungen in Schliffproben aus Eisenwerkstoffen.

Zur Anwendung kommt „frisches“, nicht fixiertes Fotopapier, dass zuvor bis zu 3 min in 3- bis 5%ige wässrige Schwefelsäure eingelegt wurde. Das Fotopapier wird fest auf die feingeschliffene und gereinigte Oberfläche aufgedrückt. Nach 30 s bis 4 min wird das Fotopapier vorsichtig vom Schliff entfernt und fixiert.

Zunächst reagiert die Schwefelsäure mit den sulfidischen Bestandteilen in der Probe unter Bildung von Schwefelwasserstoff. Dieser bildet mit der Silberbromidbeschichtung des Fotopapieres Silbersulfid, so dass die schwefelreichen Stellen der Probe das Fotopapier bräunlich verfärben.

Das Baumann-Abdruckverfahren wurde weiterentwickelt, um auch die Oxidverteilung in Stahlproben makroskopisch sichtbar zu machen. Dazu wird das Fotopapier in 20 %ige Salzsäure eingelegt. Nach Kontakt mit der Schlifffläche wird es in einer wässrigen Kaliumhexacyanoferrat-Lösung (2g [Fe(CN)6]K3 auf 100 ml H2O) entwickelt. Die oxidreichen Stellen im Schliff sind an einer Blaufärbung des Fotopapieres zu erkennen.

Taschenbuch der Gießerei-Praxis

Jährlich aktualisierte Ausgabe des Nachschlagewerks für das Gießereiwesen.