Blockseigerung

Metallurgie

Makroseigerung in gegossenen Blöcken oder dickwandigen Gussstücken, hervorgerufen durch Entmischungen oder Konzentrationsunterschiede in der noch flüssigen Restschmelze, wenn keine Strömungsbewegung zum Konzentrationsausgleich mit den bereits gebildeten Kristallen mehr gegeben ist.

Besonders bei unberuhigten Stählen tritt diese Entmischungserscheinung häufig auf. Sie entsteht hier dadurch, dass die Eisentranskristallite die in Eisenlegierungen stets enthaltenen Verunreinigungen wie Schwefel, Phosphor und Kohlenstoff vor sich herschieben und diese sich dadurch im Blockinneren anreichern. Die Abkühlungsbedingungen üben ebenfalls einen beachtlichen Einfluss aus, was daraus hervorgeht, dass die Stärke der Seigerung mit steigendem Blockquerschnitt zunimmt. Schwefel kann sich dabei im Kern um rund 300 %, Phosphor um rund 200 %, Kohlenstoff um rund 100 % und Mangan um rund 50 % anreichern. Bei unberuhigtem Stahl erfolgt die Seigerung im gesamten Block, während sie bei beruhigtem Stahl im wesentlichen auf den Blockkopf, das ist etwa das obere Blockdrittel, beschränkt ist.

Bei Kupfer- und Aluminiumlegierungen kann auch eine umgekehrte Blockseigerung auftreten, wenn die Restschmelze infolge ihres Erstarrungsdruckes oder durch die Sogwirkung der Kapillarhohlräume zwischen den erstarrten Kristallen nach außen verdrängt wird, (Seigerung).
 

Gefüge einer Kupfer-Zinn-Gusslegierung mit umgekehrter Blockseigerung© GIESSEREI LEXIKON