Calciumcarbid

Metallurgie

CaC2. Entschwefelungsmittel und Desoxidationsmittel speziell für Gusseisenschmelzen, Dichte 2,22  g/cm3, im reinen Zustand weiße, glänzende Kristalle. Technisches Calciumcarbid, eine farblose kristalline bis graue amorphe Masse, wird elektrothermisch durch Zusammenschmelzen von Kalk und Koks gewonnen.

Es enthält etwa 80 % CaC2 und 15 % CaO und muss trocken gelagert werden, da es unter dem Einfluss der Luftfeuchtigkeit in Calciumhydroxid und Acetylen zerfällt:
Technisches Calciumcarbid hat einen hohen Schmelzpunkt von rund 1800 bis 1850 °C, so dass es bei der Entschwefelung von Gusseisenschmelzen als festes Teilchen wirkt. In sauerstoffarmen Schmelzen reagiert das Calciumcarbid direkt mit dem Schwefel:

In Anwesenheit von Sauerstoff oxidiert das Carbid:

Dieser Desoxidationseffekt ist bei Gusseisenschmelzen sehr erwünscht, obgleich sie normalerweise nur sehr geringe Sauerstoffgehalte aufweisen. Die Reaktion ist exotherm; die frei werdende Wärme ermöglicht selbst bei matten Schmelzen noch eine wirksame Entschwefelung. Das gebildete Calciumsulfid (CaS) bildet eine feste, krümelige Schlacke, die leicht entfernt werden kann und saure Futtermassen kaum angreift. Die Entschwefelung durch Calciumcarbid kann durch Zusatz von etwa 10 % Flussspat (CaF2) noch verbessert werden.

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