Dehnungsmessstreifen

Werkstoff- und Gussteilprüfung

(DMS). Ohmscher Messgeber, der zur Bestimmung der Dehnung auf das zu untersuchende und zu beanspruchende Konstruktionssteil aufgeklebt wird und seinen Ohmschen Widerstand R proportional zur Dehnung ändert:

Hierin bedeuten:

ε     - Dehnung,
ΔL     - Längenänderung (Streckung) beim Versuch,
Lo     - ursprüngliche Länge vor dem Versuch,
K     - Geberfaktor,
ΔR     - Widerstandsänderung beim Versuch,
Ro     - Widerstand vor dem Versuch.


Bild 1 zeigt stark vereinfacht die Grundlagen der Messung, Bild 2 den technischen Einsatz.

Dehnungsmessstreifen sind die wichtigsten elektrischen Messaufnehmer für relative Längenänderung. Das Prinzip wurde 1856 durch Lord Kelvin entdeckt und in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals praktisch angewendet.

Der Dehnungsmessstreifen besteht aus einer Trägerfolie, auf der ein sogenanntes Messgitter verankert ist, und einer Abdeckfolie. Das Messgitter besteht seinerseits aus mäanderförmig gespannten oder flachgewinkelten Widerstandsdrahtstreifen, gegebenenfalls auch Halbleiterstreifen. Bei Beanspruchung des zu untersuchenden Konstruktionsteils macht der aufgebrachte Dehnungsmessstreifen alle Streckungen mit. Durch die Streckung des Messgitters wird dessen Ohmscher Widerstand verändert, und dies wird mit Hilfe elektrischer Messbrücken genau bestimmt. Mit dem so ermittelten Dehnungswert e lässt sich bei Kenntnis des Elastizitätsmoduls E die Beanspruchungsspannung s errechnen, so zum Beispiel für den einfachen Fall des einachsigen Spannungszustandes

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