Formstoffschleuder

Allgemein

Aufbereitungsmaschine im Prozess der Formstoffaufbereitung tongebundener Formstoffe zur

  • Auflockerung des aufbereiteten, tongebundenen Formstoffs. Bei der Aufbereitung in den Formstoffmischern und beim Austragen des Formstoffs aus dem Mischer können sich Formstoffknollen bilden, die beim Transport nicht ohne zusätzliche Aufwendungen zerfallen. Die Formstoffschleudern haben die Aufgabe, diese Knollen zu zerstören und den Formstoff aufzulockern. Je lockerer der Formstoff ist, umso bessere Verdichtungseigenschaften (Konturenvorbildung) werden erreicht. Das bezieht sich vor allem auf die Gleichmäßigkeit der Eigenschaften in einer verdichteten Form.
  • Zerstörung (Zerkleinerung) vom Klumpen, Knollen und Kernresten im tongebundenen Altformstoff, sofern diese nicht schon beim Trennen (Auspacken) vom Gussteil und Altsand.

Nach Arbeitsprinzip und Bauform werden unterschieden:

  • Desintegratoren, zum Beispiel Stiftenkorbschleuder, Radschleuder
  • Aeratoren, zum Beispiel Trommelschleuder, Bandschleuder.

Bei der Stiftenkorbschleuder (Bild  1) gelangt der Formstoff auf schnell rotierende Stiftenkörbe. Er wird von den Stiftenkörben erfasst und unter der Wirkung der Zentrifugalkraft nach außen geschleudert. Dabei tritt der gewünschte Zerkleinerungs- und Auflockerungseffekt auf. Bei der Trommelschleuder wird der Formstoff von einer rotierenden Trommel erfasst, beschleunigt und gegen einen Rost aus Stäben oder Ketten am Austrittsende der Schleuder geworfen. Dies bewirkt die Knollenzerkleinerung und die Auflockerung des Formstoffes.

Bandschleudern können sowohl auf einen durchlaufenden Förderband (Aufbandschleuder) montiert und mit ein oder mehreren Schleuderrädern versehen werden, als auch Maschinen mit einem umlaufenden Transportband (Bild 2) sein, das mit Zähnen oder Schlagleisten belegt ist und den durch einen Fülltrichter aufgegebenen Formstoff abschleudert. Geräte dieser Art werden wegen der kammartigen Anordnung der Schlagleisten auch als Sandkämmer bezeichnet.

An Stelle des umlaufenden Schleuderbandes werden auch mit Schlagleisten belegte Trommeln oder Räder in verschiedenen Ausführungen verwendet (Trommelschleuder oder auch Radschleuder, Bild 3).

In handwerklichen Gießereien können fahrbare Band- oder Trommelschleudern mit einem Handschrapper kombiniert werden, so dass eine Aufbereitung am Form- und Gießplatz nach dem Ausleeren der Formen erfolgen kann.

Bild 1: Stiftenkorbschleuder© Praxishandbuch bentonitgebundener Formstoff
Bild 2: Bandschleuder© Praxishandbuch bentonitgebundener Formstoff
Bild 3: Trommelschleuder© Praxishandbuch bentonitgebundener Formstoff
Bild 4: Aufbandschleuder© Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co. KG
Bild 5: Walzenbürste zur Unterstützung der Formfüllung© Praxishandbuch bentonitgebundener Formstoff

Für die Auflockerung und Zerstörung von Formstoffknollen auf Transportbändern für den aufbereiteten Formstoff können Aufbandschleudern eingesetzt werden, die meist einfach auf den Bandanlagen montiert werden können. Umlaufende Messer- oder Bürstenwalzen locken den Formstoff im Transportfluss auf (Bild 4).

Das Funktionsprinzip wird auch für die Füllung der Formkästen an Formanlagen eingesetzt. Der aus dem Maschinenbunker abgezogene Formstoff wird einer Walzenbürste zugeführt, die am Auslauf des Bunkers angeordnet ist. Die Walzenbürste ist dicht mit Stahlborsten besetzt, rotiert neben einer festen Wand und bildet mit dieser einen Spalt, den der ankommende Formstoff passieren muss. Dabei werden die Formstoffknollen zerrieben und zusammen mit dem übrigen Sand verfeinert. Durch die Rotation der Bürste wird der feine Formstoff tangential auf das Modell geschleudert (Bild 5).

Im Ergebnis werden eine

  • einwandfreie Füllung enger Modelltaschen,
  • konturengenaue Wiedergabe schwieriger Modellpartien,
  • wesentliche Verbesserung der Oberflächenstruktur,
  • Verbesserung des Verdichtungseffektes

erreicht.

Besonders bei anspruchsvollen Prozessen wirken sich Verfeinerung und Durchlüftung des Formstoffs direkt auf die Qualität der Gussoberflächen aus.

Zum Thema