Georg-Fischer-Konverterverfahren

Metallurgie

Magnesiumbehandlungsverfahren zur Erzeugung von Gusseisen mit Kugelgraphit, entwickelt von der Georg Fischer AG, Schaffhausen/Schweiz. Es erlaubt die selbstregelnde Verdampfung von Reinmagnesium in einer im Behandlungsgefäß eingebauten, von außen beschickbaren Reaktionskammer. Im Anwendungsbereich von 1400 bis 1550  °C läuft die Verdampfung des Magnesiums je nach Behandlungstemperatur und Anfangsschwefelgehalt, der zwischen 0,005 und 0,3 % liegen kann, in 70 bis 90 Sekunden ab. Die dabei im Behandlungsgefäß entstehende intensive Badumwälzung bewirkt einerseits eine weitgehende Aufnahme des erzeugten Magnesiumdampfes durch das flüssige Eisen und andererseits eine gute Abscheidung der entstehenden Reaktionsprodukte. Der Druck über der Schmelze entspricht annähernd dem Atmosphärendruck.

Die Konverteranlage hat eine Doppelkippeinrichtung. Sie besteht in der Hauptsache aus Kippstuhl, Behandlungskonverter, hydraulischem Aggregrat und elektrohydraulischer Steuereinrichtung. Der Kippstuhl ermöglicht die Aufnahme verschieden großer Konverterpfannen. Ein Zyklus umfasst das Einfüllen, die Magnesiumbehandlung im Konverter und das anschließende Entleeren des Gusseisens. Die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens beruht in erster Linie auf der Verwendung von Reinmagnesium als Behandlungsmittel mit einem hohen Magnesiumausbringen, dem geringen Temperaturabfall während der Magnesiumbehandlung, der langen Standzeit der Konverterpfannen, der Möglichkeit, Schmelzen mit Ausgangsschwefelgeahlten bis 0,3 % in einem einzigen Arbeitsgang zu entschwefeln sowie schließlich auf dem Umstand, dass Kohlenstoff und andere erforderliche Legierungselemente während der Magnesiumbehandlung treffsicher in das Gusseisen eingebracht werden können.

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