Gießhöhe

Castings
Höhenunterschied beim Gießen unter dem Einfluss der Schwerkraft (Sandguss, Kokillenguss) zwischen dem Metallspiegel in der Gießpfanne oder im Gießlöffel und der Gießform. Die größte Gießhöhe ergibt sich an der tiefstgelegenen Stelle der Füllströmung (hmax), während die geringste Gießhöhe im obersten Bereich des Formhohlraumes gegeben ist (hmin).

Die Gießhöhe ist daher identisch mit der Fallhöhe beim Gießen. Sie bestimmt damit auch die kinetische Energie der Füllströmung. Bei steigender Gießweise beträgt die Strömungsgeschwindigkeit im Anschnitt nach der Bernoullischen Gleichung



Hierin bedeuten:

wa - Strömungsgeschwindigkeit im Anschnitt (cm/s)

ξ - Geschwindigkeitsfaktor (abhängig von der Gießweise)

g - Fallbeschleunigung (981 cm/s²)

hmax - größte wirksame Gießhöhe (cm)

Die Strömungsgeschwindigkeit ist somit der Quadratwurzel aus der Gießhöhe proportional. Im obersten Bereich des Formhohlraumes nach dem Bild beträgt sie nur noch



Bei einer Vergrößerung der Gießhöhe um das 4-fache wird die Strömungsgeschwindigkeit verdoppelt. Bei mehreren senkrecht übereinander liegenden Anschnitten ist daher zu berücksichtigen, dass die Füllgeschwindigkeit mit der Verminderung der Gießhöhe abnimmt. Soll durch jeden Anschnitt die gleiche Metallmenge in der gleichen Zeit einströmen, müssen die Anschnittquerschnitte entsprechend dem vorgenannten Proportionalitätsgesetz mit abnehmender Gießhöhe erweitert werden, (Anschnitt, Anschnittberechnung).

Maximale und minimale Gießhöhe einer Sandform bei steigender Gießweise© GIESSEREI LEXIKON