Glanzkohlenstoffeinschlüsse

Allgemein
Gussfehler, gekennzeichnet durch Einschlüsse und Schlieren von graphitisch glänzenden, dünnen Häuten aus Glanzkohlenstoff. Die Bildung der Glanzkohlenstoffeinschlüsse ist auf einen Überschuss an Glanzkohlenstoff, eine zu schnelle Reaktion zur Bildung von Glanzkohlenstoff beim Gießen oder auch auf eine turbulente beziehungsweise zu lange Gießzeit zurückzuführen. Der Fehler tritt vorwiegend bei Eisengusswerkstoffen auf; bei Gusseisen mit Kugelgraphit oft in Verbindung mit Oxid- und Schlackenfehlern. Glanzkohlenstoffeinschlüsse stellen sich in scharf begrenzten, graphitisch faltigen, runzeligen, dünnen Häutchen aus Glanzkohlenstoff dar, welche an der Gussteiloberfläche (Bild) durch narbenähnliches Aussehen sichtbar sind und im Gussteilinneren den Werkstoffzusammenhang trennen. Besonders bei einem Zulauf von thermisch gering belasteten Cold-Box- oder Croning-Kernen zum bentonitgebundenen Formstoff kann es zu einem Überangebot an Glanzkohlenstoffbildnern kommen. Auch hohe Regeneratanteile im Kernformstoff können diesen Fehler fördern. Auch beim Vollformgießen (Lost-Foam-Process) werden diese Fehler beobachtet, deren Ursachen im Polystyrol-Hartschaum liegen, der beim Gießen vergast, wobei ein Glanzkohlenstoffüberschuss entstehen kann.

Glanzkohlenstoffablagerung auf der Gussstückoberfläche© GIESSEREI-PRAXIS (2005) 4

Taschenbuch der Gießerei-Praxis

Jährlich aktualisierte Ausgabe des Nachschlagewerks für das Gießereiwesen.