Graphitstabofen

Metallurgy
Elektrischer Widerstandsofen mit einem horizontal über dem Schmelzgut beziehungsweise über der Badoberfläche befindlichen Graphitstab, der durch Wechselstrom von circa 20 bis 60 Volt und 6000 bis 10000 Ampere auf eine Temperatur von rund 2000 °C erhitzt wird. Die erzeugte Wärme wird durch Strahlung auf den Schmelzeinsatz beziehungsweise auf das Schmelzbad übertragen. In der Regel dient der Graphitstabofen zum Schmelzen kleiner Chargen von 1 bis 2 t Gusseisen, Kupfer und Kupferlegierungen sowie Nickel. Der Energieverbrauch zum Schmelzen von Gusseisen beträgt etwa 800 kWh/t. Wegen der verhältnismäßig großen freien Oberfläche und der dadurch großen Berührungsfläche von Schmelze und Auskleidung besteht die Gefahr von schädlichen Schmelzereaktionen, so dass derartige Herdöfen für abbrandgefährdete Legierungen nicht geeignet sind.

Prinzipanordnung eines Graphitstab-Schmelzofens© GIESSEREI LEXIKON

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