Indefinite-Chill-Guss

Metallurgy
Legiertes Sondergusseisen, das neben Zementit in Ledeburitanordnung noch einen gewissen Anteil an Graphit in der Verschleißschicht enthält und vornehmlich für Walzenguss verwendet wird. Diese Qualität ist dadurch gekennzeichnet, dass sie keine begrenzte Härtetiefe aufweist, die Härteabnahme zum Kern sehr gering ist und die Graphitlamellen im Gefüge nicht kornförmig, sondern in schmalen Streifen, meist senkrecht zur Gussstückoberfläche, angeordnet sind. Der Graphitanteil nimmt von außen nach innen zu, ohne dass sich eine rein weiße oder rein graue Schicht bildet. Das Bruchgefüge hat also eine quasi unbestimmte Färbung, daher auch die aus dem Englischen übernommene Bezeichnung (indefinite = unbestimmt). Ein solches Indefinite-Gefüge ist nur durch Legierungsgehalte möglich; Indefinite-Guss ist daher stets legiert, vor allem mit Chrom, doch muss dessen carbidstabilisierender Einfluss durch Nickel- und Siliziumgehalte kompensiert werden. Häufig werden die Nickel- und Chromgehalte im Verhältnis 2 : 1 bis 3 : 1 eingestellt. Als Zusammensetzungsbeispiel sei genannt: 3,0 bis 3,5 % C, 1,0 bis 1,5 % Si, 0,3 bis 0,5 %Mn, 1,5 bis 2,0 % Cr und 3,5 bis 5,0 % Ni.

Taschenbuch der Gießerei-Praxis

Jährlich aktualisierte Ausgabe des Nachschlagewerks für das Gießereiwesen.