Inmold-Verfahren

Metallurgy
Von der International Meehanite-Metal Co. Ltd., Reigate (England), entwickeltes Verfahren zur kugelgraphitbildenden Magnesiumbehandlung von Gusseisenschmelzen. Der Zusatz der Behandlungslegierung erfolgt nicht in der Pfanne, sondern unmittelbar in der Gießform. Die zur Behandlung erforderliche Magnesiumlegierung ist ein körniges Pulver, das neben Magnesium auch Calcium und Silizium enthält und somit nicht nur die Kugelgraphitbildung auslöst, sondern gleichzeitig auch als Impfmittel im Sinne einer Formimpfung wirkt. Eine gesonderte Impfbehandlung ist daher nicht erforderlich.

Die Behandlungslegierung wird in eine in den Gießlaufbereich zwischen Einguss und Anschnitt eingeformte Behandlungskammer eingefüllt; die Dosierung richtet sich nach Gussstückgewicht, Gießzeit und einem sogenannten Lösungsfaktor, der von der verwendeten Behandlungslegierung und dem jeweils gewünschten Restmagnesiumgehalt im Gussstück abhängt.

Beim Inmold-Verfahren ist der Magnesiumbedarf gering, und der Endmagnesiumgehalt liegt sehr niedrig bei circa 0,035 %. Vorteile ergeben sich vor allem dadurch, dass bis zum Gießen nur mit unbehandeltem Eisen gearbeitet wird, die Gussteile gleiche Eigenschaften haben und praktisch keine Umweltbelastung durch Magnesiumrauch auftritt.

Die Problematik des Inmold-Verfahrens liegt in der Schwierigkeit, einerseits eine gleichmäßige Verteilung der eingebrachten Menge an Kugelgraphitbildnern zu gewährleisten und andererseits die sich bildenden Reaktionsprodukte, insbesondere MgS, sauber abzuscheiden. Für den Nachweis der erfolgreichen Magnesiumbehandlung ist eine 100%ige Prüfung der Gussteile vorzusehen.

Zum Thema