Kupolofen; kokslos

Der kokslose Kupolofen ist seit langem bekannt und bereits Jahrzehnten als sogenannter „Flaven Ofen“ in Belgien betrieben worden. Unter den Aspekten heutiger Anforderungen wie Umweltbelastung, Schwefelausstoß, Energieverbrauch und Investitionskosten wurde der Ofen zur Betriebsreife entwickelt.

Bei dem im Bild dargestellten Ofen handelt es sich dabei ebenfalls um einen Schachtofen, der wie der koksbeheizte Kupolofen nach dem Prinzip eines Gegenstrom- Wärmetauschers arbeitet. Die kokslose Gattierung, bestehend aus Eisen und Kalkstein, ruht auf einem wassergekühlten Rost, der zusätzlich durch aufgeschichtete grobstückige Feuerfeststoffe oder Keramikkugeln geschützt ist. Unterhalb des Rostes befinden sich die Brenner mit der Heißwindzuführung. Das durch den Rost abtropfende Eisen sammelt sich am Schachtboden oder in einem angebauten Vorherd und fließt über den Siphon ab. Die Aufkohlung muss mit einem Injektor vorgenommen werden.

Für die Abstichtemperatur ist in erster Linie die Höhe der Kugel- beziehungsweise Feuerfest-Aufschichtung auf dem Rost maßgebend. Bei einer Schichthöhe von etwa 600 bis 650 mm und optimaler Windmenge sind Abstichtemperaturen von circa 1500 °C erreichbar.

Mit geringerer Schichthöhe, beispielsweise 250 mm, sind die Eisentemperaturen niedriger (etwa 1300 °C), aber die Schmelzleistung ist höher. Bei Gasfeuerung liegt der Energieverbrauch je nach Abstich- oder Rinnentemperatur bei etwa 55 bis 85 m³ Erdgas/Tonne erschmolzenes Eisen.

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