Kupolofen; sauer, basisch oder neutral zugestellt sowie futterlos

Sauer beziehungsweise basisch oder neutral zugestellter Kupolofen

Normalerweise werden Kupolöfen sauer zugestellt. Eine basische Zustellung bietet zwar erhebliche metallurgische Vorteile, wie insbesondere niedrige Schwefelgehalte im Rinneneisen und hohes Aufkohlungsvermögen, doch ist die basische Auskleidung kostenmäßig wesentlich aufwendiger als die saure. Da futterlose, wassergekühlte Kupolöfen praktisch nur mit Heißwind betrieben werden, ist die basische Zustellung, wenn sie überhaupt angewandt wird, nur auf Heißwind-Kupolöfen beschränkt. Bei Heißwindbetrieb besteht dann auch die Möglichkeit eines Einsatzes von Stahlschrott, verbunden mit hoher Analysengenauigkeit der Eisenzusammensetzung.

Ergänzend sei bemerkt, dass bei neutraler Auskleidung je nach Wahl nicht nur mit basischer, sondern auch mit saurer Schlacke gefahren werden kann. Neutrale Auskleidungen auf Kohlebasis sind außerordentlich feuerfest und schlackenbeständig, können aber nur in neutraler oder reduzierender Atmosphäre, nicht aber in der Oxidationszone des Kupolofens verwendet werden. Ihr Einsatz ist daher hauptsächlich an die Herdauskleidung des futterlosen Heißwind-Kupolofens gebunden.

Futterloser, wassergekühlter Kupolofen

Zur Verbesserung der Betriebsbereitschaft (Verminderung der Futterreparaturen, verbunden mit Einsparungen an Stampfmassen) werden Heißwind-Kupolöfen auch ohne feuerfeste Auskleidung des Ofenschachtes gebaut. Lediglich der Herd und die Ofensohle werden ausgekleidet. Der futterlose Schacht wird von außen wassergekühlt, beispielsweise durch eine Berieselung, ebenso werden die Düsen wassergekühlt.

Taschenbuch der Gießerei-Praxis

Jährlich aktualisierte Ausgabe des Nachschlagewerks für das Gießereiwesen.