Magnesiumbrand

Metallurgy
Verbrennen von Magnesium oder Magnesiumlegierungen in Anwesenheit von Luftsauerstoff bei starker Erhitzung im festen Zustand (zum Beispiel durch Reibungswärme bei der zerspanenden Bearbeitung) oder beim Schmelzen und Gießen.

Im Bereich der Gussherstellung werden spezielle Maßnahmen zur Vermeidung eines Magnesiumbrandes getroffen. Den Formstoffen für Sandguss werden Inhibitoren (Schutzstoffe) beigemischt, die den Luftsauerstoff beim Gießen binden oder durch Schutzgas beziehungsweise Dampfbildung von der Schmelze fernhalten. Hierzu gehören Schwefel, Borsäure, Ammoniumfluorid-Verbindungen und Glykol. Synthetische Nassgusssande für Magnesiumguss enthalten etwa 4 bis 5 % Bentonit, 1 bis 2 % Schwefel, 1 bis 2 % Borsäure und/oder 1,5 % Glykol.

Durch Vorlegen von Schwefelpulver in Gießpfannen und Gießlöffel wird SO2 als Schutzgas gebildet, ebenso kann auch unter SO2-Atmosphäre geschmolzen und warmgehalten werden. Die Zündwilligkeit des Magnesiums und seiner Legierungen wird durch geringe Berylliumgehalte wesentlich gesenkt. Statt Schwefeldioxid werden auch Stickstoff oder Argon als Schutzgas beim Schmelzen verwendet.

Taschenbuch der Gießerei-Praxis

Jährlich aktualisierte Ausgabe des Nachschlagewerks für das Gießereiwesen.