Martensit

Metallurgy
Gefügebestandteil in Eisen-Kohlenstoff-Legierungen, insbesondere im Stahl als nadliges Härtungsgefüge. Martensit entsteht aus dem Austenit neben der Perlitbildung, wenn die untere kritische Abkühlungsgeschwindigkeit erreicht wird. Martensit entsteht beim Härten von Stahl durch die rasche Abkühlung. Wird beim Abschrecken die Mf-Temperatur (Martensitpunkt) nicht erreicht, verbleibt im Härtungsgefüge nicht umgewandelter Austenit als Restaustenit. Auch bei Gusseisen ist die Erzielung eines martensitischen Gefüges möglich, wenn es austenitstabilisierende Legierungszusätze enthält, die die Austenitumwandlung in niedrigere Temperaturbereich verlegen, wo diese direkte Umwandlung in Martensit stattfinden kann. Martensitisches Gefüge hat hohe Härte und Zugfestigkeit, jedoch praktisch keine Bruchdehnung.

Martensitisches Gefüge von Stahlguss (0,7 % C, 2,9 % Cr und 3 % Ni) geätzt mit Nital (V = 200 : 1)© GIESSEREI LEXIKON

Zum Thema