Monotektikum

Legierungen, die im flüssigen Zustand eine beschränkte Löslichkeit, das heißt innerhalb eines bestimmten Zusammensetzungsbereiches eine Mischungslücke mit zwei Schmelzen aufweisen, bilden ein Monotektikum. An der monotektischen Reaktion nehmen zwei Schmelzen und eine Kristallart teil. Das Zustandsschaubild zeigt als Beispiel das Zweistoffsystem Kupfer-Blei. Die hochkupferhaltigen Legierungen bilden eine homogene Schmelze 1 und zwar bis zu Bleigehalten von 41 %. Aus diesen Legierungen scheidet sich bei Erstarrung Kupfer aus, während das Blei als Schmelze 2 weiterhin flüssig bleibt. Das Blei erstarrt erst bei 327 °C, sodass das Gefüge aus Kupfer- und Bleiausscheidungen besteht. Das Monotektikum hat die Zusammensetzung 41 % Pb, Rest Cu. Legierungen mit mehr als 41 % Pb bilden im flüssigen Zustand zwei Schmelzen und solche mit mehr als 92,6 % Pb bilden eine homogene Schmelze 2. Die monotektische Temperatur von 953 °C, bei der die monotektische Reaktion zwischen den beiden Schmelzen und dem Kupfer stattfindet, wird als Monotektikale bezeichnet.

Zustandsschaubild Kupfer-Blei als Beispiel für ein Legierungssystem mit Monotektikum© GIESSEREI LEXIKON