Orangenschaleneffekt

Castings
Oberflächenfehler an Gussstücken, vor allem bei Verwendung bestimmter kunstharzgebundener Formstoffe. Die Gussflächen haben ein Aussehen ähnlich einer Orangenschale. Zur Vermeidung des Fehlers werden Eisenoxidzusätze, beispielsweise zum kunstharzumhüllten Sand für Maskenguss, vorgenommen. In gleicher Weise wirken auch Zusätze von Manganoxid (Braunstein MnO2) und Bleioxid (PbO2), die etwa die Hälfte des Bindergehaltes betragen. Durch solche oxidischen Zusätze verschlechtert sich allerdings die Festigkeit der Maskenformen. Günstig ist die Verwendung von Zirkon-, Olivin- und Chromitsanden.

Der genannte Oberflächenfehler tritt vor allem beim Gießen von Stahl in Maskenformen auf, und zwar hauptsächlich an der Formoberseite der Gussstücke, wo der ferrostatische Druck am geringsten ist. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Eine Theorie besagt, dass der bei der Verbrennung des Binders entstehende hohe Gasdruck auf die erstarrende Gusshaut wirkt und auf diese Weise diesen Fehler verursacht. Nach einer anderen Theorie wird angenommen, dass sich die Maskenform unter der Wirkung der Gießhitze ausdehnt und von der erstarrenden Gussstückoberseite abhebt, wobei Anschmelzungen mitgenommen werden.

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