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pneumatische Förderung

Allgemein

Transport von Schüttgütern mit unterschiedlichem Fluidisierungsverhalten im Luft oder Trägergasstrom in einem geschlossenem Rohleitungssystem. Dies betrifft in Gießereien vorzugsweise Bentonite, Kohlenstoff-Bentonit-Gemische, Quarzsande, Kalkstäube, Filterstäube aus der Formstoffaufbereitung, der Putzerei und dem Schmelzbetrieb. Der Transport erfolgt in Saug- oder Druckförderanlagen (Bilder 1 bis 3) unterschiedlicher technischer Auslegung, basierend auf den Eigenschaften des Schüttguts wie: Korngröße und -verteilung, Schüttgutdichte, Schüttwinkel, Feuchtigkeit, Temperatur und Reibungswiderstand. Besondere Bedeutung hat das energiesparende, produkt- und anlagenschonenden Pfropfenförderverfahren: Der Sand wandert in einzelnen kompakten Pfropfen vom Fördergefäß zum Empfängersilo. Zwischen den Pfropfen befinden sich Luftpolster, deren Druck in Richtung zum Ende der Förderleitung abnimmt (infolge Expansion und Abströmen in die davor liegenden Luftpolster mit niedrigerem Druck). Aufbereitete Quarzsande, Quarzneusande und regenerierte Altsande lassen sich mit der Pfropfenförderung praktisch problemlos transportieren, und in optimal dimensionierten Anlagen kann die Fördergeschwindigkeit niedrig gehalten werden, sodass verschleißarm gefördert wird und normalwandige Stahlrohre für die Förderleitungen verwendbar sind.

Für hochabrasive Sande, wie Abfallsande aus Strahlputzhäusern mit wechselnder Kornzusammensetzung und hohem Staubanteil, die sich nicht für die langsame, schonende Pfropfenförderung eignen, lässt sich das Pfropfen-Luft-Injektionsverfahren einsetzen. Hierzu werden längs der Förderleitung Detektoren angebaut, die auf die Druckdifferenz der Luftpolster vor und hinter den Pfropfen ansprechen und bei Übersteigen eines bestimmten Werts Druckluft aus einer begleitenden Druckluftleitung einspeisen.

Eine andere Verfahrensvariante ist das Verwirbelungsverfahren, wobei das Fördergut im Sender durch tangential angeordnete Düsen zusätzlich in Rotation versetzt und in einer Art Luftspirale durch die Leitungen transportiert wird. Bei diesem Verfahren wird die Förderleitung nach jedem Fördervorgang restlos entleert. Das Verwirbelungsverfahren wird bei feuchten Sanden angewandt, wobei der jeweilige Inhalt der pneumatischen Aufgabestation als geschlossene dichte Masse durch die Rohrleitung gestoßen wird (Dichtstromförderung, Bild  4). Um einen gleichmäßigen, dichten Förderstrom zu erzielen, vor allem bei extrem abrasiven oder schwierig zu transportierenden Stoffen, wie trockene und feuchte Sande in der Gießerei, können Booster in Abständen entlang der Förderleitung angebracht werden. Sie führen Druckluft gezielt in die Förderleitung und haben die Aufgabe, ein möglichst lineares Druckgefälle in der Förderstrecke aufrechtzuerhalten.

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