Poldihammer

Werkstoff- und Gussteilprüfung

(Poldi-Kugelschlaghammer). Prüfwerkzeug zur Schlaghärteprüfung, entwickelt von der Poldihütte in Kladno bei Prag. Wie das Bild zeigt, wird ein durch Federdruck belasteter Schlagbolzen durch einen kräftigen Schlag mit dem Handhammer gegen ein Vergleichsstück von quadratischem Querschnitt gedrückt, das die Schlagarbeit über eine lose gefasste, gehärtete Stahlkugel auf das zu prüfende Werkstück überträgt. Dabei drückt sich die Kugel sowohl in das Vergleichsstück von bekannter Brinellhärte (HBV), als auch in die zu untersuchende Probe ein. Die Durchmesser beider Kugeleindrücke werden gemessen, sodass sich daraus die Härte des Werkstücks, die sogenannte Poldihärte HBP, berechnen lässt:

Anstelle der Berechnung können auch Auswertetabellen benutzt werden. Die Poldihärte entspricht nicht genau der Brinellhärte, weil sich die kurzzeitige, dynamische Schlagbeanspruchung unter dem Poldihammer anders auswirkt als die langzeitige, statische Druckbeanspruchung unter der Brinellpresse. Immerhin bietet aber das Verfahren verlässliche Anhaltswerte und vielseitige Anwendungensmöglichkeiten, vor allem bei der Härteprüfung großer und sperriger Gussstücke, die nicht unter eine Prüfmaschine gebracht werden können, außerdem auch bei der Messung der Warmhärte, da sich die Stahlkugel des Poldihammers während der kurzen Schlagbeanspruchung kaum erwärmt.

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