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Randentkohlung

Heat Treatment
1. Verminderung des Kohlenstoffgehalts in der Randzone zementithaltiger Eisenwerkstoffe durch Glühen in oxidierender oder wasserstoffhaltiger Atmosphäre. Der im Zementit enthaltene Kohlenstoff wird an der Werkstückoberfläche zu Kohlenmonoxid (CO) oxidiert oder mit Wasserstoff als Methangas (CH4) chemisch gebunden. Die Randentkohlung schreitet allmählich auch in die tiefer liegenden Querschnittsbereiche fort, da weiterer Kohlenstoff aus dem Innern des Werkstücks zum Konzentrationsausgleich in Richtung auf die entkohlte Randzone nachdiffundiert.

Randentkohlung kann durch eine Glühbehandlung in neutraler Ofenatmosphäre oder durch Einpacken in Graugussspäne vermieden werden, desgleichen auch beim Erwärmen in Salzbädern. Andererseits ist sie die Grundlage des Gastemperns von Temperrohguss.

2. Durch eine starke Oxidation der Gussstückrandzone während der Erstarrung, zum Beispiel durch überhöhte Feuchtigkeit des Formstoffs, brennt Kohlenstoff so stark ab, dass es zu einer graphitfreien Erstarrung kommt. Es bildet sich eine stahlähnliche Schicht ohne freien Graphit. Bei der Austenitumwandlung entsteht dann aus dem C-armen Austenit Ferrit. Bei der normalen Abkühlung nach der Erstarrung kann ebenfalls Kohlenstoff im Randbereich abbrennen.

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