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Reibmartensit

Heat Treatment
Auf Werkstückoberflächen aus Stahl mit metastabilem Austenitgefüge durch Gleitreibung erzeugte Martensitschicht. Das Verfahren wird im Rahmen einer zweistufigen Oberflächenhärtung angewandt, wobei in der ersten Stufe durch eine Energiezufuhr von hoher Energiedichte, zum Beispiel durch eine Reibscheibe hoher Umfangsgeschwindigkeit, ein jeweils nur kleiner Oberflächenbereich eines Werkstücks aus härtbarem Stahl in extrem kurzer Zeit, das heißt in weniger als 1/1000 Sekunde, über den Umwandlungspunkt erhitzt und hierdurch austenitisiert wird. Bei der anschließenden Wärmeableitung aus diesem kleinen Oberflächenbereich von höchstens 1 mm Tiefe wird die Umwandlung des Austenits unterdrückt, sodass auch bei Raumtemperatur ein Gefüge mit hohem Austenitanteil vorliegt. Dieser Austenit ist metastabil und er kann in einer zweiten Behandlungsstufe durch erneute Energiezufuhr bei Raumtemperatur, zum Beispiel durch intensive Oberflächenreibung, in martensitisches Gefüge hoher Härte, das heißt in Reibmartensit, umgewandelt werden.

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