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Rekaleszenz

Allgemein

durch P. Goerens, 1906 in „Einführung in die Metallographie, beschrieben: „Unter Rekaleszenz versteht man die Abkühlung von Lösungen. Rekaleszenzkurven sind Kurven, bei denen die Abszissen die Zeiten, die Ordinaten die zugehörigen Temperaturen der in Abkühlung befindlichen Lösung darstellen. Ist die Abkühlung keine gleichmäßige, sondern entstehen Verzögerungen, so enthält die Kurve sogenannte Rekaleszenz- oder kritische Punkte. Diese Verzögerungen in der Temperaturabnahme entsprechen inneren Vorgängen in der Lösung.“ Das kann eine erhöhte Wärmeabgabe bei der gleichmäßigen Abkühlung eines festen oder flüssigen Stoffes sein, die zu einem kurzzeitigen Wiederanstieg der Temperatur führt. Hierzu kommt es vor allem bei der Erstarrung von Schmelzen und bei Phasenumwandlungen. Ein Beispiel ist die eutektische Erstarrung des Gusseisens, wo je nach Angebot an Kristallisationskeimen eine geringe bis starke Unterkühlung unter die eutektische Temperatur auftritt. Erst wenn die Erstarrung einsetzt, wird die Kristallisationswärme frei, die gleiche Wärme also, die beim Schmelzen als latente Wärme (Schmelzwärme) zugeführt worden war. Die erstarrende Schmelze erfährt durch diese frei gewordene Kristallisationswärme eine Wiederaufheizung, die sich als Wiederanstieg der Temperatur (Rekaleszenz) darstellt. Nach beendigter Erstarrung fällt die Temperatur erneut gleichmäßig ab.

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