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Schablonieren

Herstellung Formen und Kerne

Herstellung von Sand- oder Lehmformen größerer Abmessungen für rotationssymmetrische Gussstücke, wobei Drehschablonen anstelle von Modellen verwendet werden, beziehungsweise für Gussstücke mit gleichem Querschnitt, die Ziehschablonen verwenden.

Bild 1 zeigt den Aufbau einer Schabloniereinrichtung. Sie besteht aus einer feststehenden Spindel, die mit ihrem unteren konischen Zapfen in das Spurlager des Spindelfußes eingesetzt ist, ferner aus einem um die Spindelachse drehbaren Schablonenarm zur Aufnahme der formgebenden Schablone und aus einem Stellring, auf dem der Schablonenarm aufliegt. Zum Ausformen eines stehenden, rotationssymmetrischen Formballens wird der Formstoff um die Spindel herum aufgestampft; beim Drehen der Schablone um die Spindel wird die Außenfläche des Rohballens abgetragen und die durch das Schablonenprofil gegebene Formkontur eingeschnitten. Die Schablone kann aus einem einzigen Schablonierbrett bestehen oder mit Ansatzschablonen versehen sein. Letztere werden hauptsächlich für das nachträgliche Ausformen tieferliegender Formbereiche benutzt und dann an der Hauptschablone befestigt. In gleicher Weise kann mit der Hauptschablone zuerst der Ballen vorschabloniert und dann mit einer an die Hauptschablone angeschraubten Fertigschablone oder aber mit einer zweiten auszuwechselnden Schablone auf Fertigmaß schabloniert werden.

Wenn, wie in Bild 1 dargestellt, in der Formgrube schabloniert wird, muss der Spindelfuß entsprechend tief eingegraben sein. Das Verfahren lässt sich aber auch beim Bodenformen unter Benutzung von Formkästen anwenden. Das Spurlager braucht dabei lediglich im Gießereiflur verankert zu sein. Ober- und Unterkasten werden am Boden nach Einsetzen der Spindel aufgestampft und dann an ihren obenliegenden Teilungsflächen ausschabloniert. Falls unterschiedliche Schablonenprofile für beide Formkästen erforderlich sein sollten, wird entweder mit zwei verschiedenen Schablonen oder aber mit einer Hauptschablone für den einen Kasten und mit einer daran befestigten Ansatzschablone für den anderen Kasten gearbeitet.

Außerdem ist es möglich, in Formkästen auch mit waagerecht angeordneter Spindel zu schablonieren. In diesem Fall wird die Spindel mit einer Kurbel gedreht. Ferner kann zum Ausformen anstelle einer Drehschablone auch die Ziehschablone verwendet werden, die geradlinig oder auf einer Kurvenbahn entlang einer oder mehrerer Führungsleisten bewegt wird.

Auch rotationssymmetrische Kerne größerer Abmessungen können schabloniert werden. Entweder als massive Vollkerne ähnlich der Anordnung nach Bild 1 oder als geteilte Kerne (Bild  3). In beiden Fällen wird auf einer ebenen Grundplatte aufgestampft und schabloniert, die dann auch als Trockenplatte dient. Ergänzend sei erwähnt, dass geteilte Kerne auch mit Ziehschablonen ausgeformt werden können und als Ziehkerne bezeichnet werden. Das Schablonieren wird zur Herstellung von Glocken eingesetzt.

Bild 1: Aufbau einer Schabloniereinrichtung© GIESSEREI LEXIKON
Bild 2: Schablonieren im Formkasten mit waagerechter Spindel© GIESSEREI LEXIKON
Bild 3: Einrichtung zum Schablonieren von rotations-symmetrischen geteilten Kernen© GIESSEREI LEXIKON

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