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Schleuderformguss

Druckguss

Gießverfahren zur Herstellung von Formgussstücke n mit und ohne Kern, die in einer rotierenden Form unter Einwirkung der Fliehkraft erstarren (Bild 1). Die Formfüllung erfolgt in der Drehachse, die normalerweise senkrecht verläuft. Symmetrisch gestaltete Gussstücke werden in der Form so gegossen, dass ihre Symmetrieachse auch der Drehachse entspricht. Wenn sie einen rotationssymmetrischen Hohlraum haben, wird wie beim echten Schleudergussverfahren. Anders gestaltete Gussstücke werden außerhalb der Drehachse angeordnet, jedoch so, dass keine Unwucht beim Schleudern auftritt (Bild 2).

Beim Schleuderformguss mit Kern ist das Gussstück immer symmetrisch und konzentrisch in der Form: Alle Konturen sind durch die Kokille oder Sandform festgelegt, doch sind die Zentrifugalkräfte in der Regel nicht sehr hoch. In die Mitte des Eingusstrichters ist ein zentraler Kern eingesetzt (Bild 3). Auf diese Weise lassen sich nabenförmige Gussstücke im Schleuderguss herstellen, wobei der Einguss auch als Speiser dient.

Für den Fall, dass die Rotationsgeschwindigkeit beim Gießen so groß ist, um eine Erstarrung unter der Wirkung der Fliehkraft zu erreichen, spricht man von „echtem Schleuderformguss“. Wird jedoch nur mit geringer Drehzahl gegossen, bei der keine nennenswerten Fliehkräfte auftreten, bezeichnet man diese Art als „unechten“ Schleuderformguss.

Das Verfahren wird auch zur Herstellung gegossener Schmuckwaren, kleiner Zierteile und Figuren aus Zinnlegierung angewandt. Die zweiteilige Schleudergießkokille wird aus Silikongummischeiben angefertigt, die nach Einlegen der Muttermodelle aus Messing oder Silber unter hohem Druck zusammengepresst und auf etwa 150 bis 175 °C erhitzt werden; nach etwa einer Stunde sind die Gummischeiben zähhart vulkanisiert. Die Gießkanäle werden mit einem Skalpell eingeschnitten. Zum Gießen werden die Gummiformhälften mit Trennmittel eingestäubt und auf einem Drehtisch zusammengesetzt. Die Standzeit solcher Gummiformen beträgt 1000 Abgüsse und mehr. Als Gießwerkstoff wird beispielsweise eine Legierung verwendet, die neben Antimon und Kupfer, das zur Härtung dient, 97 bis 98 % Zinn enthält.
 

Bild 1: Prinzipanordnung für Schleuderformguss© GIESSEREI LEXIKON
Bild 1: Prinzipanordnung beim Waagerecht-Schleuderguss (:
a) Drehachse gegen die Horizontale geneigt,
b) Drehachse genau waagerecht und Kokille verfahrbar

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