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Schülpenprobe

Technologische Probe zur Bewertung der Ausbildung von Schülpen bei der Verwendung von tongebundenen Formstoffen. Die Probe besteht aus einem zweigeteilten Modellzeichnung (Bild 1). Im Unterkasten liegen zwei dünne Anschnitte und ein Überlauf, im Oberkasten zwei Gießtrichter und davon ausgehend ein weiterer, kräftiger Anschnitt. Stege auf dem Oberkastenmodell, die im rechten Winkel verbunden sind, unterbrechen die Formkontur und bilden einen gezielten Ansatz zur Schülpenbildung. Die Anschnittgestaltung erzeugt bewusst eine geringe Gießgeschwindigkeit.

Die Form wird in drei Stufen mit flüssigem Metall gefüllt. Die Druckhöhe des Metalls ist in der ersten Versuchsstufe sehr gering, sodass sich Rattenschwänze großer Tiefe ausbilden können. Damit wird die Auswertung wesentlich erleichtert. Durch kurzzeitiges Abstehen lassen in der Form nach halber Formfüllung wird die Dauer der Hitzestrahlung auf die Formraumdecke verlängert. Damit kann die Schalenbildung quantitativ unbehindert durch das aufsteigende Gießmetall vor sich gehen. In der dritten Versuchsstufe wird die Form durch den gegenüberliegenden Trichter gefüllt. Die Gussfehler bilden sich im erstarrenden Gießmetall ab. Bild 2 zeigt die Formfüllung in den drei Stufen schematisch.

Die Stärke der Gussfehler wird durch die Gesamtlänge aller Rattenschwänze auf der Unterseite in cm und die Flächengröße der Schülpen auf der Oberseite der Probe in cm2 angegeben. Einen Versuchsabguss mit einer ausgeprägten Schülpe zeigt Bild 3.
 

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