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Schwindungsriss

Gussstücke

Materialtrennung, hervorgerufen durch die Erstarrungsschwindung oder durch die Schwindung im festen Zustand. Im ersten Fall entstehen Warmrisse.

Bei der Erstarrungsschwindung (Schwindung) kann als Folge des Volumendefizits eine Materialtrennung zwischen der noch flüssigen Restschmelze und den bereits erstarrten Kristallen entstehen. Nach beendigter Erstarrung können Schwindungsspannungen im Gussstück auftreten, die die Warmfestigkeit in den höheren Temperaturbereichen übersteigen und so zur Bildung von Schwindungsrissen führen.

Schwindungsriss im Gefüge eines Gussstücks aus Kupfer-Aluminium-Mangan-Gusslegierung (V = 500 : 1)© GIESSEREI LEXIKON

Mit fortschreitender Abkühlung im festen Zustand nehmen die Schwindungsspannungen zu, besonders im Falle einer Schwindungsbehinderung des Gussstücks in der Form. In der Regel ist dabei der Festigkeitsanstieg größer als die Spannungszunahme. Es kann somit bei niedrigeren Temperaturen nur dann zu Schwindungsrissen kommen, wenn entweder durch die besondere Gestaltung des Gussstückes eine sehr beträchtliche Schwindungsbehinderung stattfindet, wobei auch die Schwindungseigenschaften des Formstoffes eine gewisse Rolle spielen, oder aber im Gussgefüge bestimmte, durch die Werkstoffzusammensetzung bedingte Veränderungen (Umwandlungen, Ausscheidungen) auftreten, die eine Festigkeitsminderung oder Versprödung zur Folge haben.