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Schwitzkugel

Castings
(Schwitzperle). An der Gussstückoberfläche kugel- oder perlenförmig erstarrtes Metall. Die Schwitzkugelbildung ist eine Erscheinungsform der Makroseigerung. Nach der Erstarrung der Gefügegrundmasse durch Entmischung noch flüssig gebliebene, niedrigschmelzende Bestandteile werden unter dem Druck der Schwindung oder dem Druck von Gasen, die bei der Erstarrung frei werden, an der Gussstückoberfläche herausgepresst. Dieser Fall tritt umso leichter auf, je niedriger der Schmelzpunkt der wieder aufschmelzenden Phasen im Vergleich zur Solidustemperatur der betreffenden Legierung liegt. Bei Gusseisen findet man in der Schmelze vielfach erhöhte Phosphorgehalte (Bilder 1 bis 3). Das sich im Gusseisen bildende ternäre Phosphideutektikum (Steadit) schmilzt schon bei etwa 960 °C auf, die Solidustemperatur der Gusseisenlegierung liegt dagegen bei etwa 1150 °C.

Bei kupferhaltigen Aluminiumlegierungen können Schwitzperlen mit der Zusammensetzung des Al-Al2Cu-Eutektikums auftreten.

Bild 1: Schwitzkugel in einer Gasblase© Michael Franke, Franke Gießereitechnik
Bild 2: Querschliff durch Gasblase mit Schwitzkugel, Phosphorseigerungen und Ausbildung des Phospideutektikums (V = 50 : 1), geätzt© Michael Franke, Franke Gießereitechnik
Bild 3: Gefügeausbildung am Rand der Schwitzperle. Netzförmig angeordnetes Phosphideutektikum innerhalb der Schwitzperle. Oberfläche mit einer Kohlenstoffschicht belegt. (V = 500 : 1), geätzt.© Michael Franke, Franke Gießereitechnik