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Siemens-Martin-Ofen

Metallurgie

Herdofen mit Regenerativfeuerung zur Stahlerzeugung nach dem Herdfrischverfahren (Siemens-Martin-Verfahren). Als Heizgas dienen Hochofen-Gichtgas oder Mischgas (Gichtgas + Koksgas). Gas und Verbrennunsgluft werden in getrennten Regenerativkammern vorgewärmt. Falls die Feuerung nur durch Koksgas oder Heizöl erfolgt, wird lediglich die Luft vorgewärmt. Bei der in Bild 1 gezeigten Darstellung strömt das kalte Heizgas in die linke Kammer und nach dem Vorwärmen als heißes Gas zum Herd; die Verbrennungsluft wird in der linken Kammer vorgewärmt und als Heißluft zugeführt. Die Abgase dienen zur Aufheizung des zweiten Vorwärmkammerpaares. Etwa alle 20 Minuten werden beide Kammerpaare umgeschaltet; es werden somit jeweils zwei Kammern aufgeheizt, während die beiden anderen Kammern zum Vorwärmen dienen.

Der Siemens-Martin-Ofen, kurz SM-Ofen genannt, wurde 1864 von Siemens und dem französischen Ingenieur Martin entwickelt. Er diente zur Herstellung von Rohstahl in Massen, auch in großen Stahlgießereien, und war an sich ein idealer Schrottverwerter zu einer Zeit, in der noch niemand an Recycling und Umweltschutzmaßnahmen dachte. Er wurde hauptsächlich in Großeinheiten gebaut, hat aber mittlerweile seine Bedeutung verloren, seit es moderne Blasstahlverfahren gibt, bei denen die Kosten für Energie und Entstaubung wesentlich niedriger sind.
 

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