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Sinterverhalten

Metallurgy
Kennzeichnet allgemein Vorgänge von Formgrundstoffen und Formstoffmischungen, die bei der Aufheizung zu Phasenänderungen beziehungsweise zu Reaktionen zwischen Form- und Gusswerkstoff führen. Mit der Sinterung setzt zunehmend eine Schmelzphasenbildung ein. Sie beginnt beim Quarz erst bei relativ hohen Temperaturen und wird vom Grad der Verunreinigungen bestimmt. Chemisch reines SiO2 (> 99,99 %) zeigt bis 1600 °C keine Anzeichen für eine Sinterung, ein Aufschmelzen tritt erst oberhalb 1700 °C ein. Die in der Gießerei eingesetzten Quarzsande enthalten Verunreinigungen, wodurch die Bildung niedrigschmelzender Eutektika die Sinterbeständigkeit bedeutend herabgesetzt werden kann.

Das Sinterverhalten einer Formstoffmischung wirkt sich vor allem auf die Entstehung des Gussfehlers „Anbrand“ aus und ist abhängig von der Qualität des verwendeten Formgrundstoffes und des eingesetzten Binders.

Die Bestimmung des Sinterverhaltens erfolgt durch stufenweise Erhitzung der Formstoffproben im Bereich von 900 bis 1500 °C. Nach dem Erkalten wird durch mikroskopische Betrachtung unter Zuhilfenahme einer Tastnadel die Temperatur der beginnenden Sinterung (Aufschmelzerscheinungen an der Kornoberfläche) und der vollständigen Sinterung (Zusammensinterung der Körner) ermittelt.

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