Siphon

Metallurgie

Teil von Schmelzöfen, insbesondere vom Kupolofen, zum Trennen des flüssigen Metalls von der Schlacke.

Die Ausführungsbeispiele des Kupolofensiphons sind in den Bildern 1 und 2 dargestellt. Bild 1 zeigt den herkömmlichen Schlackenabscheider, der den Stau einer bestimmten Eisen- und Schlackenmenge im unteren Teil des Kupolofens bewirkt. Die metallurgische Schlackenreaktion erfolgt beim Durchtropfen des Eisens durch die im Ofen gestaute Schlacke. Das flüssige Eisen fließt in den Siphon über und führt dabei Schlacke mit. Die Schlacke wird im oberen Teil des Siphons aufgrund ihrer geringeren Dichte zurückgehalten, während das schlackenfreie Eisen durch einen vom Siphonboden aufsteigenden Kanal in die Rinne abfließt. Die metallurgischen Schlackenreaktionen werden durch die Höhe der Schlackenmenge beeinflusst, die ihrerseits wieder von den Druckschwankungen in der Schmelzzone abhängt. Diese unvermeidlichen Druckschwankungen führen zu Veränderungen der Schlackenhöhe und bewirken damit gewisse Analysenstreuungen des flüssigen Eisens.

Bild 1: Am Heißwind-Kupolofen angebauter Siphon© GIESSEREI LEXIKON
Bild 2: Drucksiphon© GIESSEREI LEXIKON

Bild 2 zeigt einen Drucksiphon. Er ist tiefer angeordnet als der schräge Kupolofenboden. Im Drucksiphon sammelt sich eine so große Schlackenmenge auf dem flüssigen Eisen, dass die metallurgischen Schlackenreaktionen im Siphonbereich und nicht mehr im Kupolofen ablaufen. Durch diese Verlagerung der Schlackenarbeit aus dem Kupolofen in den Siphon ist man unabhängig von den Druckschwankungen im Innern des Kupolofens, sodass eine hohe Analysengenauigkeit des Eisens erreicht wird. Der Abflusskanal zwischen Kupolofen und Drucksiphon ist so groß bemessen, dass sich in seinem oberen Teil wie auch im Drucksiphon Kupolofengas befindet. Der Drucksiphon steht also gasseitig unter Ofendruck, daher auch die Bezeichnung „Drucksiphon“.

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