Spaltfestigkeit

Werkstoff- und Gussteilprüfung

Spaltfestigkeit Maximale Spannung, die beim Spaltfestigkeitsversuch zum Bruch der Probe führt. Der Spaltfestigkeitsversuch wird bei der Formstoffprüfung angewandt. Der zylindrische Normprüfkörper (50 mm × 50 mm Durchmesser) wird, wie Bild 1 zeigt, nicht wie bei der Druckfestigkeitsprüfung axial, sondern quer dazu belastet. Der Bruch wird durch Bildung einer keilförmigen Trennung an der Ober- und Unterseite der Probe ausgelöst. Diese Keilbildung spaltet die Probe unter Zugbeanspruchung. Mithin ist die Spaltfestigkeitsmessung eine Zugfestigkeitsmessung. So kann bei tongebundenen Formstoffen die Grünspaltfestigkeit in die Grünzugfestigkeit umgerechnet werden (Bild 2). Die Beziehung ist linear und der Multiplikator beträgt 0,637. Mit dem Quotienten aus Spaltfestigkeit/Druckfestigkeit lässt sich das Bindevermögen darstellen.
 

Bild 1: Stahlgussgefüge mit Sorbitinseln (V = 600 : 1)© GIESSEREI LEXIKON
Bild 2: Sorbitinseln im Gefüge von Gusseisen 
mit Kugelgraphit (V = 500 : 1)© GIESSEREI LEXIKON
Bild 1: Schematische Darstellung der Prüfung von Druck- und Spaltfestigkeit am zylindrischen Normprüfkörpern mit dem zu erwartenden Bruchverlauf© GIESSEREI LEXIKON

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