Übergangstemperatur

Metallurgie

1. Beim Schlagbiege- oder Kerbschlagbiegeversuch ermittelter Temperaturbereich, wo der Übergang vom duktilen in den spröden Zustand, das heißt von der Hochlage in die Tieflage der Schlagarbeit-Temperatur-Kurve erfolgt.

2. Temperatur, bei der sich in metallurgischen Prozessen die beteiligten Elemente im Verlauf der Reaktionen in ihrer chemischen Wirksamkeit (Aktivität) ablösen. Besondere Bedeutung hat die Übergangstemperatur für das Schmelzen und Überhitzen von Eisenwerkstoffen. So wird im System Eisen-Kohlenstoff-Silizium-Sauerstoff (vor allem im Bereich der Gusseisenschmelzen) die Reaktion mit dem Sauerstoff unterhalb der Übergangstemperatur vom Silizium

Si+ 2O  →  SiO2

und oberhalb der Übergangstemperatur vom Kohlenstoff

C + O  →  CO

bestimmt. Unterhalb der Übergangstemperatur ist die Schmelze mit einer Oxidhaut überzogen, und oberhalb der Übergangstemperatur, wo das Reaktionsgeschehen vom Kohlenstoff bestimmt wird, ist die Schmelze blank. Die Temperatur, bei der sich beide Reaktionen im Gleichgewicht befinden, entspricht der Übergangstemperatur der Kieselsäurereduktion:

SiO2+ 2C  →  Si + 2CO

 

 

 

 

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