Vakuum-Induktionsentgasung

Metallurgy
(VID). englisch: Vacuum Induction Degassing. Entgasung im Vakuum-Induktionstiegelofen, wobei das induktive Rühren der Schmelze durch Inertgasspülung unterstützt wird. Das Inertgas (zum Beispiel Argon) wird durch einen Spülstein im Ofenboden eingeleitet. Alle Behandlungsschritte, zum Beispiel Entkohlung, Desoxidation, Entschwefelung, Legieren, Vakuumentgasung, Argonspülung, Heizen und Halten, werden in einem einzigen Gerät vorgenommen. Flüssigmetalltransporte und aufwendige Pfannenwirtschaft zwischen den Behandlungsschritten entfallen.

Das Verfahren eignet sich für alle Stähle sowie für Gusseisen und NE-Metallegierungen bei kleineren Behandlungsmengen in Chargen von etwa 1 bis 10 t.

Beim VID-Verfahren erfolgt das Gießen noch an der Luftatmosphäre, doch ist es auch möglich, die VID-Anlage mit einer Vakuum-Gießeinrichtung auszurüsten. Diese Baustufe entspricht der VIGA-Version (Vakuum-Induktionsentgasungs- und -gießanlage). Diese Version lässt sich mit einer Chargiereinrichtung bestücken, mit der ohne Aufhebung des Vakuums legiert oder nachchargiert werden kann.

Unter VIDP (Vacuum Induction Degassing and Pouring) versteht man die Kombination von Vakuum-Induktionsentgasung und Gießen. Im VIDP-Ofen werden die Legierungen im Vakuum induktiv erschmolzen und dann weiter unter Vakuum über eine beheizte Transferrinne mit Schlackenwehr und Filter zu Umschmelzelektroden oder Schmiedeblöcken vergossen. Das Gießen selbst kann dabei steigend oder fallend erfolgen. Das Verfahren findet Anwendung u.a. zur Herstellung von Nickel-Basis-Legierungen für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie von Sonderlegierungen für den Triebwerksbau und die petrochemische Industrie.

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