Zinkwert

Metallurgie

Scheinbarer Zinkgehalt von Messingwerkstoffen (Zinkäquivalent), der die durch Beimengungen oder zusätzliche Legierungsbestandteile hervorgerufene Löslichkeitsveränderung des Zinks im α- beziehungsweise β- oder γ-Mischkristall berücksichtigt, sodass damit eine Kupfer-Zink-Mehrstofflegierung in ihrer Gefügeausbildung auf eine Zweistofflegierung Cu-Zn (binäres Messing) zurückgeführt wird.

Der Zinkwert eines Mehrstoffmessings gibt somit den Zinkgehalt eines hinsichtlich seiner Gefügestruktur gleichwertigen Zweistoffmessings an, von dem das Zustandsdiagramm bekannt ist.

Aus dem gegebenen Zinkwert des äquivalenten binären Messings kann der Anteil der bei Raumtemperatur existenten Mischkristallarten abgelesen werden.

Der Zinkwert wird durch Multiplikation der tatsächlichen Gehalte an Zusatzmetallen mit bestimmten Faktoren und durch Addition der so erhaltenen Produkte zum tatsächlichen Zinkgehalt berechnet. Die Faktoren lauten für:

Aluminium     6,0
Blei     1,0
Eisen     0,9
Mangan     0,5
Silizium      9 bis 11
Zinn     2,0
Nickel     –1,3


Hierzu ein Beispiel:

Messing folgender Zusammensetzung:

Tatsächlicher Zinkgehalt = 34,33 % Zinkwert = 34,33 + 5,97= 40,3 %

Das Gefüge dieses Mehrstoffmessings entspricht somit jenem eines Zweistoffmessings von 40,3 % Zn und 59,7 % Cu, es müsste demnach etwa 30 % α- und 70 % β- Mischkristalle enthalten.

Das Ergebnis der Zinkwertrechnung stimmt jedoch nicht immer mit der wirklichen Gefügestruktur überein. Das Verfahren ist als veraltet anzusehen; es geht auf Arbeiten von L. Guillet zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, wo es noch keine ternären Zustandsdiagramme gab. Bestenfalls lässt sich mit dem Zinkwert nur die Tendenz einer Gleichgewichtsänderung durch eine einzige Zusatzkomponente abschätzen, nicht aber die summarische Wirkung mehrerer Zusatz- oder Begleitelemente. In Frankreich ist der Zinkwert unter der Bezeichnung (franz.) titre fictif en cuivre noch durchaus gebräuchlich.

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