90. Todestag von Gustav Adam Krautheim

(1857 bis 1926)

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GP 05/2016
Es war ein glücklicher Umstand für den Chemnitzer Maschinenbau, dass sich ein findiger Kopf und hervorragender Organisator in Chemnitz ansiedelte und in Sachsen, später auch in Bayern die industrielle Erzeugung von Stahlformguss einführte. Gustav Krautheim war der Sohn eines Knopfmachers aus Asch. Sein Vater schickte ihn in das Züricher Oberland, damit er dort die Seidenweberei erlerne. Doch er hatte in der Schweiz andere Interessen entwickelt. 1888 gründete er an seinem 31-jährigen Geburtstag eine Tiegelstahlgießerei in Chemnitz, wo er sich erst wenige Tage vorher mit österreichischem Pass aus dem schweizerischen Wetzikon kommend niederließ.
Die Sachverhalte, die Krautheim nach Chemnitz leiteten, sind bisher nicht bekannt. Vieles deutet darauf hin, dass er nicht zufällig und spontan nach Chemnitz gekommen ist, sondern angeworben oder durch Inserat angezogen wurde und dass seine Ankunft gut vorbereitet war. Als Vermittler könnte der Ende der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts gegründete „Industrieverein des Königreichs Sachsen“ gedient haben, dessen Mehrzahl der Mitglieder aus dem Industriegebiet in und um Chemnitz stammten. Gustav Hartmann (1842 bis 1910), der als Sanierer des Lauchhammers und der Krupp-Werke in Essen ein Kenner des Gießereiwesens war, hat dabei vermutlich eine besondere Rolle gespielt. … 3 Seiten
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