COVID-19: Hilfe für 3D-gedruckte Schutzausrüstung gesucht

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Die Uni Freiburg und das Unternehmen Stratasys rufen zur Mithilfe von 3D-gedruckten Schutzausrüstungen auf – auch für eigene Mitarbeiter. Anleitungen sind frei verfügbar. Es werden Kunststoffteile benötigt.

Wer einen 3D-Drucker besitzt, der Kunststoffteile drucken kann, kann damit Schutzausrüstung für die COVID-19-Pandemie drucken. Die Klinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Freiburg arbeitet eng mit der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Charité Berlin zusammen, um ihre Kompetenzen beim 3D-Druck zu bündeln. Es sollen Visierhalterungen und andere Hilfsmittel aus sterilisierbaren und biologisch abbaubaren Polymer PLA gedruckt werden. Mitarbeiter der Fachbereiche prüfen Anleitungen, die online frei verfügbar sind.

„Wir möchten Alternativen aus Materialien bieten, die auf dem Markt momentan noch gut erhältlich sind. Die Druckanleitungen stehen frei zur Verfügung und werden von uns auf Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit getestet um anderen potentiellen Anwendern eine zeitraubende Testphase zu ersparen“, erklärt Dr. Christian Wesemann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre der Charité – Universitätsmedizin Berlin, den Nutzen für niedergelassene Ärzte und Kliniken.

Aufgrund der zu erwartenden hohen Nachfrage nach Schutzausrüstung ist eine bundesweite Kooperation möglich: „Damit wir möglichst rasch unsere Produktion vergrößern können, sind wir auf die Mithilfe von Zahnarztpraxen und anderen Einrichtungen angewiesen, in denen die entsprechenden Drucker momentan nicht genutzt werden“, sagt Spies. So könnte flexibel auf einen möglichen akuten Mangel bestimmter Schutzartikel reagiert und die Produktion auf weitere benötigte Gegenstände wie Plastikteile für Beatmungsgeräte oder Masken erweitert werden.

Auch das Unternehmen Stratasys ruft zu einer weltweiten Kooperation von 3D-Druckern für die Produktion von Schutzausrüstungen auf. In den USA hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, bis Freitag, den 27. März 2020 insgesamt 5.000 Gesichtsschutz-Visiere ohne Kosten für die Empfänger herzustellen.  Auf der Internetseite von Stratasys www.stratasys.com/covid-19 gibt es eine Druck- und Montageanleitung für den Gesichtsschutz.
Der Bedarf ist groß, auch abgesehen von COVID-19: Allein ein weltweit führendes Krankenhaus hat dem Unternehmen mitgeteilt, dass es pro Woche 1.530 Einweg-Gesichtsschutz-Visiere einsetzt, auch ohne Corona. Zurzeit reiche der Bestand dieses Krankenhauses nur noch für sechs Tage aus.

Der Medizintechnik-Hersteller Medtronic und das in Minneapolis ansässige Dunwoody College of Technology kündigten an, dass sie das Kunststoffmaterial, das für den Druck der Visiere benötigt wird, bereitstellen werden.
„Wir sind dankbar über die Möglichkeit zu helfen. Wir sehen die additive Fertigung als wesentlichen Bestandteil der Reaktion auf die globale COVID-19-Epidemie “, sagte Yoav Zeif, CEO bei Stratasys. „Die Stärken des 3D-Drucks – überall zugänglich sein, die Möglichkeit praktisch alles zu drucken, Anpassungen im Handumdrehen zu vollziehen – ermöglichen es den Mangel sowie Engpässe an Teilen zu beheben, die mit Visieren, Masken und Beatmungsgeräten zusammenhängen. Unsere Mitarbeiter und Partner sind bereit, rund um die Uhr zu arbeiten, um den Bedarf an 3D-Druckern, Materialien, einschließlich biokompatibler Materialien, und 3D-gedruckten Teilen zu decken. “
www.stratasys.com/covid-19