Das besondere Gussteil

GIESSEREI PRAXIS 10/2020
Vermischtes

DEUTSCHLAND. Altmühltal Daising
Der Rhein-Main-Donau-Kanal verbindet die Nordsee mit dem Schwarzen Meer. Der Kanal führt von Bamberg auf einer Länge von 170 km bis Kelheim und wurde zwischen 1960 bis 1992 erbaut. Dabei muss er einen Höhenunterschied von 176 m durch etliche große Schleusen überwinden. Der Kanalbau war aus umweltpolitischer und ökonomischer Sicht heftig umstritten. Neben dem Kanal, der sowohl vom Gütertransport, zunehmend jedoch von Flusskreuzfahrtschiffen und durch Freizeitaktivitäten genutzt wird, führt ein Radwanderweg durch das Fränkische Seenland, die Fränkische Alb und das Altmühltal.
Die Wasserstraße hatte bereits Vorgänger. Schon im 8. Jahrhundert gab es auf Teilstrecken der gegenwärtigen Route erste Kanalbereiche. Im Jahr 1846 wurde nach zehnjähriger Bauzeit, veranlasst durch König Ludwig I. von Bayern und nach ihm benannt, der Ludwig-Donau-Main-Kanal eröffnet. Der Siegeszug der Eisenbahn führte zu einem stets sinkenden Transportaufkommen auf diesem Wasserweg. 1950 wurde der Kanal aufgegeben, teilweise in den neuen Rhein-Main-Donau-Kanal integriert. Restwasserflächen mit einigen Schleusenanlagen sind am Altmühlradweg noch sichtbar. Bei Daising hat ein Schleusentor mit dem Antriebsmechanismus die Zeit überdauert. Zahnrad, Gestell und Lager sind aus Gusseisen und lassen den Stand der Technik von vor 150 Jahren erkennen.

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