Die traditionelle Form- und Gießtechnik zur Herstellung von Glocken

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GP 04/2016
EinleitungDer Beitrag knüpft an den in der Zeitschrift GIESSEREI-PRAXIS (Ausgabe 12/2014) veröffentlichten Artikel „Die Glockengießereien der Familie Perner in Budweis und Passau“ an. Gerade die Familie Perner, die durch Europa aus dem südtirolischen Brixen über die tschechischen Städte Pilsen und Budweis in das bayerische Passau gekommen ist, hat über 10 Generationen vom Vater an den Sohn die Tradition des Kunsthandwerks – des Glockengießens – übermittelt. Der vorliegende Beitrag geht daher vor allem von der durch vorhergehende Untersuchung der Geschichte der Familie Perner gewonnenen Erkenntnisse aus, nutzt aber auch andere Quellen. Praktisch alle Kirchenglocken, als spezifische Musikinstrumente, die in unserem europäischen Raum erhalten und benutzt werden, gehen in ihr Form und Charakter aus der mittelalterlichen Tradition hervor. Besonders die größeren Glocken wurden bis in jüngste Vergangenheit in den traditionellen Gießereien mit einer Technik hergestellt, die durch folgende signifikante Merkmale charakterisiert ist:
  •  Ursprünglich gotische Grundform der Glocke mit einer variablen Wandstärke der Glocke („der Rippe“).
  •  Optimale Legierungszusammensetzung: Glockenbronze mit 78 % Kupfer und 22 % Zinn.
  •  Herstellung einer dreiteiligen Form aus Lehmformstoff mit einer um die senkrechte Achse drehbaren Schablone.
  •  Schmelzen der Glockenbronze (Glockenspeise) in einem mit Holz beheizten Flammofen.
  •  Abgießen eines ganzen Geläuts aus einer Schmelze in getrocknete Lehmformen, die in der Gießgrube unter dem Flammofen fest eingestampft sind.
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