Editorial

Exklusiv
GP 11/2013
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Gießer ! Wenn wir über unsere Wirtschaft und insbesondere über den Kundenkreis der deutschen Gießereien sprechen, dann spielt der Automobilbau als mit Abstand wichtigster Abnehmerbereich dabei eine herausragende Rolle. Deutschland spielt ohne Frage in der ersten Liga weltweit in der Produktion von Automobilen ganz vorn mit. Ein anderer Bereich der Mobilität ist die Produktion von Motorrädern, auch hier gibt es eine lange Tradition in Deutschland, Marken wie Adler, Zündapp, BMW oder DKW stehen neben anderen für diese Tradition. Während sich das Auto im Laufe der Jahrzehnte zum Fortbewegungsmittel für den Großteil der Bevölkerung entwickelte, wandelte sich das Motorrad vom alltäglich genutzten Transportmittel zum Hobbygerät. So kam es denn auch, dass zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Deutschlands nur noch zwei große deutsche Motoradmarken übrig waren: BMW im westlichen Teil des Landes und die aus der Firma DKW hervorgegangenen Motorradwerke Zschopau (MZ) im Osten. Das Werk produzierte zu Zeiten der DDR mit 3000 Mitarbeitern bis zu 85.000 Motorräder jährlich, die in 100 Länder der Erde exportiert wurden. 1991 ging der Betrieb in den Konkurs. Nach mehreren Neustarts meldete man im September 2012 wieder und voraussichtlich endgültig Insolvenz an, von MZ geblieben ist nur der Ersatzteilhandel. Seit etwa drei Jahren gibt es in Zschopau aber wieder eine kleine Firma, die die seit 1922 am Ort bestehende Tradition des Motorradbaus fortführt: Die Motorradmanufaktur ZPmoto. Im vergangenem Februar nun wurden die ersten Exemplare der Enduro ZPsport 449 ausgeliefert. Das in Kleinserie und Handarbeit hergestellte Motorrad ist in seinem Design an die erfolgreichen MZ-Geländemaschinen der 60er Jahre angelehnt. Für das Motorrad gibt es Anfragen u. a. aus Australien, den USA und Brasilien. Obwohl der Motorradbau aus den genannten Gründen heute kein Hauptabnehmer für gegossenen Bauteile mehr ist, wünschen wir dem kleinen Team in Zschopau an dieser Stelle viel Erfolg! Ihnen wünsche ich nun wieder, dass Sie im vorliegenden Heft der GIESSEREI-PRAXIS viel Interessantes für Ihre Arbeit finden. Glück Auf! Hartmut Polzin
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