Editorial

Exklusiv
GP 11/2014
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Gießer ! Noch vor etwa 10 Jahren konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Werkstoffgruppe Stahlguss in nicht allzu ferner Zeit komplett aus der Gießereilandschaft verschwunden sein würde. Ein Hauptgrund dafür war die stürmische Ausweitung der Anwendung von Gusseisen mit Kugelgraphit. In der Tat kann Gusseisen mit Kugelgraphit durch seine Kombination von Eigenschaften wie beispielsweise Festigkeit und Duktilität in vielen Bereichen zur Substitution von mit höherem Aufwand herzustellenden Bauteilen aus Stahlguss eingesetzt werden. Schaut man sich nun aber die Auftragslage in den nicht mehr so zahlreichen deutschen Stahlgießereien an, wird klar, dass der Werkstoff Stahlguss absolut nicht zum „alten Eisen“ gehört. Dass liegt zum einen daran, dass Stahlguss in speziellen Anwendungsbereichen zwingend eingesetzt werden muss, denkt man beispielsweise an Armaturen für aggressive Medien wie Säuren oder Laugen. Andererseits gibt es durchaus auch neue Anwendungen für die Werkstoffgruppe u. a. auch im Automotive-Bereich. Ein solches Beispiel sind gegossene Abgaskomponenten aus ferritischen Edelstählen, die sich durch eine gute Oxidationsbeständigkeit und geringe Wärmeausdehnungskoeffizienten auszeichnen, die im Artikel von D. Li u.a. in diesem Heft vorgestellt werden. Dass das Thema Stahlguss auch für die Gießereizulieferer interessant ist, belegt der ebenfalls im Heft enthaltene Beitrag zum Einsatz von rohrförmigen Hochleistungsfiltern aus Schaumkeramik mit seinen Anwendungsbeispielen. Wünschen wir dem Werkstoff Stahlguss an dieser Stelle also eine weiterhin anhaltende Aufmerksamkeit ! Viel Spaß beim Lesen dieser GIESSEREI-PRAXIS wünscht Ihnen Hartmut Polzin
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