Editorial

GIESSEREI PRAXIS 10/2020

Liebe Leserinnen und Leser,
erinnern Sie sich noch an den Replikator in der Serie „Star Trek“? Wie aberwitzig futuristisch das damals war. Auf Befehl erzeugte das Gerät ein exquisites Abendessen oder ein dringend benötigtes Werkzeug. Und heute? Die Additive Fertigung ist nah dran an dieser Vision und für Gießereien kann sie eine wertvolle Unterstützung sein – gerade in dieser Krise. Deshalb ist sie auch das Titelthema dieser Ausgabe.
Wir haben bei zwei Gießereien, die Additive Fertigung nutzen – bei den Edelstahlwerken Schmees und bei Franken Guss – nachgefragt, welche Erfahrungen sie mit der Technologie machen. Von der Qualität der gedruckten Teile sind beide überzeugt und unternehmerisch kann der 3D-Druck beispielsweise eine größere Unabhängigkeit von der Automobilindustrie bringen. Die beiden Interviews finden Sie auf den Seiten 42 und 43.
Und wie halten es die Big Player? BMW hat im Juni in Oberschleißheim einen Technologiecampus für den 3D-Druck eröffnet. Der Campus hat eine Fläche von 6.800 m² für die Produktion Forschung und Weiterbildung. 2019 hat der Automobilhersteller 300.000 Teile additiv hergestellt. Der Markt ist da, er wächst und Gießereien könnten dabei mitmischen.
Sie müssen sich nicht einmal einen eigenen 3D-Drucker anschaffen, in Kooperationen mit Branchenkollegen oder Anbietern von entsprechenden Druckern, lässt sich das wunderbar lösen. Und es ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, zum Beispiel konturnahe Kühlkanäle, die direkt in die Form und in bislang unmöglichen Geometrien eingedruckt werden können, sowie ungeahnte Möglichkeiten in Bezug auf Legierungen.
Und wenn wir schon bei Science-Fiction sind: Kann mal bitte jemand eine Zeitmaschine erfinden, die uns in die Postpandemie-Zeit katapultieren kann? Vielen Dank.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und gute Visionen für die Zukunft,
Ihre
Anne Meyer-Gatermann
Redaktionsleitung GIESSEREI PRAXIS

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