Ein halbes Dezennium Prozessforschung beim Druckgießen unter Nutzung schneller Computertomografen – Eine Bilanz

Teil 2

Exklusiv
GP 03/2016
Schon viele Jahrzehnte versuchen die Druckgießer mit bescheidenem Erfolg die Beziehungen zwischen den vielfältigen Einflussgrößen beim Gießvorgang auf die Qualität der Druckgussteile zu ermitteln. Mit den erstmals ab etwa dem Jahr 2010 zur Verfügung stehenden „schnellen“ Computertomografen, die aus der Medizin abgeleitet wurden, bieten sich völlig neue Untersuchungsmethoden. Die damit in den letzten 5 Jahren durchgeführten zahlreichen Versuche hatten das Ziel die Korrelationen zwischen den einzelnen Haupteinflussgrößen auf die Porenausprägung in Druckgussteilen zu ermitteln und daraus Schlussfolgerungen für die künftige technologische und konstruktive Arbeit abzuleiten. Durch ständige Verbesserung der Versuchsmethoden ist es gelungen Haupteinflussgrößen auf die Porenausprägung in den Gussteilen zu erfassen.Mit den gefundenen Erkenntnissen ist es möglich und am Beispiel bereits bewiesen, dass durch die Wahl geeigneter Prozessgrößen die festigkeitsbeeinflussenden Poren minimiert und im Falle nichtmöglicher Verhinderung aus denjenigen Gussteilpartien verdrängt werden können, in denen sie die Festigkeit beeinträchtigen. Das ist ein sehr zweckmäßiger Ansatz für die weitere Senkung des Gewichts der Bauteile und damit der weiteren Durchsetzung des „Leichtbaus“ im Automobilbau. Die im Teil 1 aufgezeigten Untersuchungen waren ein erstes Versuchsfeld, um geeignete und weniger aufwendige, aber aussagefähige Erkenntnisse über Lage und Größe der Poren im Gussteil zu erhalten. Dies sollte die bestmögliche Beeinflussung der Porenausprägung gestatten.
Insgesamt kann man die Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesen ersten umfangreichen Versuchen mit größeren Stückzahlen als wertvoll für alle weiteren Schritte zur Durchdringung des Druckgießprozesses bewerten.
Im Folgejahr 2012 kristallisierte sich als Schwerpunkt der Prozessuntersuchungen mittels schnellem CT das Gussteil „Halter Nebenaggregate“ heraus, das in großen Stückzahlen zu fertigen war. Die hohen Jahresstückzahlen erforderten das Gießen mit mehreren Formen und ein monatliches „Wiederanfahren“ der Druckgießformen. Beide Ereignisse waren durch nicht wenige Anlaufprobleme gekennzeichnet. …
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