Fachaustausch auf Ranshofener Leichtmetalltagen

Strategien für nachhaltige Entwicklung im Leichtbau

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Simulation, Software, EDV-Systeme
Vom 9. bis 10. November 2016 fanden in Bad Ischl die Ranshofener Leichtmetalltage im Kongress & TheaterHaus statt. Unter dem Motto „Strategien für nachhaltige Entwicklungen im Leichtbau“ drehte sich an beiden Konferenztagen alles um die Anforderungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Innovationen in Werkstoff- und Prozessentwicklung. DI Andreas Kraly, Geschäftsführer des Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen und Veranstalter, eröffnete die 9. Ranshofener Leichtmetalltage: „Nachhaltiger Leichtbau muss sich wirtschaftlich rechnen, er muss sicher, umweltfreundlich und technologisch möglichst irreversibel sein. Dazu bedarf es überzeugter IngenieurInnen, genauso wie begeisterter WissenschaftlerInnen, welche ganzheitlich den Herausforderungen begegnen.“ Christian Chimani, Head of Mobility Department des AIT Austrian Institute of Technology, betonte in seiner Begrüßungsrede die Wichtigkeit des Leichtbaus und der Verarbeitung von Leichtbauwerkstoffen im Gesamtkontext der Verkehrssysteme, die durch Integration, Digitalisierung und Elektrifizierung stark im Wandel begriffen sind. Ein breites Spektrum an internationalen Vorträgen lieferte einen aktuellen Überblick über die Themen: • Werkstoffentwicklung und Materialcharakterisierung • Prozessentwicklung – experimentell und numerisch • Zukunftstechnologien im Leichtbau Zum Nachlesen der präsentierten Forschungsergebnisse wurde auch wieder ein Tagungsband mit den publizierten Beiträgen der Wissenschaftler herausgegeben. Die wichtigsten Programmpunkte der 9. Ranshofener Leichtmetalltage waren: • Neue Leichtbaulösungen aus der Blech- und Massivumformung – Derzeitige Entwicklungen, Konzepte und Anwendungen. Referent: Prof. Dr. Mathias Liewald, Institut für Umformtechnik, Universität Stuttgart • Herausforderungen bei der Entwicklung von Magnesium-Blechen: Legierungen – Processing – Beschichtungen. Referent: Prof Dr.-Ing. Karl Ulrich Kainer, Helmholtz-Zentrum Geesthacht • Designkonzepte für niedriglegierte hochfeste Magnesiumlegierungen. Referent: Prof. Dr. Peter Uggowitzer, ETH Zürich • Temperaturunterstützte Leichtmetallverarbeitung für die Automobilindustrie. Referent DI Karl Radlmayr, MBA, voesstalpine Metal Forming GmbH • Innovativer Leichtbau durch Metalle und thermoplastische Faserverbundwerkstoffe – die EU-Projekte ALIVE und ENLIGHT. Referent: Prof. Dr.-Ing. Thilo Bein, Fraunhofer Institut In der Industrieausstellung präsentierten sich auch dieses Jahr wieder viele namhafte Unternehmen aus Industrie, Forschung und Prüftechnik. Sie nutzten die Tagung, um den Besuchern die aktuellen Trends und Technologien aus ihren Bereichen vorzustellen. Das LKR war mit dem gesamten Leistungsportfolio rund um Gießen, Umformen und Leichtbau-Simulation vertreten. Aus der aktuellen Forschung wurde eine Flugzeug-Sitzreihe gezeigt, deren Arm- und Rückenlehnen aus neuartigen Magnesiumlegierungen gefertigt und damit rund 20 Prozent leichter als herkömmliche Flugzeugsitze sind. Außerdem präsentierte sich das AIT mit Exponaten und Forschungsergebnissen aus den Bereichen Batterieforschung, autonomes Fahren, Straßen-Monitoring, autonome Support-Fahrzeuge auf Bahnhöfen und Flughäfen, Simulation von Personenströmen und Einsatz von Elektrofahrzeugen in der städtischen Güterlogistik. Die Besucher konnten mit einem interaktiven Spiel die neueste Smartphone-Technologie kennenlernen, die acht verschiedene Verkehrsmittel automatisch erkennt und zurückgelegte Wege aufzeichnen kann. Im Eingangsbereich wurde ein weiterentwickelter Prototyp eines elektrischen Fahrzeugs mit Leichtbaurahmen aus dem Forschungsprojekt EMILIA präsentiert. www.lkr.at