Forum Bauteilreinigung – Sauberkeit Basis für Beschichtungsqualität

Mit 471 Teilnehmern unterstrichen auch die diesjährigen Oberflächentage des Zentralverbands Oberflächentechnik e. V. (ZVO) ihre führende Stellung als Informationsplattform in diesem Bereich. Auf großes Interesse stieß auch das in die Veranstaltung integri

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Im Fokus der ZVO-Oberflächentage, die vom 17. bis 19. September 2014 in Neuss durchgeführt wurden, standen Informationen zu den Trends und Perspektiven in der Kunststoffmetallisierung, Oberflächen für die Elektronikindustrie, Werkstoffe und Oberflächen als Konstruktions- und Designelement im Automobil- und Maschinenbau sowie Aktuelles zu REACh. Darüber hinaus beschäftigte sich die Veranstaltung mit den Potenzialen, Grenzen und Herausforderungen des Additive Manufacturing unter dem Aspekt Oberflächentechnik. Sauberkeit als Basis für die Beschichtungsqualität Als wesentliche Voraussetzung für die Qualität, Langzeitstabilität und Optik einer Beschichtung ist unabhängig von der Anwendung die bedarfsgerechte Sauberkeit der Oberfläche. Antworten auf die Frage, wie sich diese nicht nur prozesssicher, sondern auch wirtschaftlich und nachhaltig erzielen lässt, bot das Forum Bauteilreinigung des Fachverbands industrielle Teilereinigung am 18. September in neun Vorträgen. Mit den Grundlagen der industriellen Teilreinigung beschäftigte sich der Vortrag von Karl-Heinz Wießner, Max F. Keller GmbH, deutsche Vertretung der Borer Chemie AG. Er zeigte dabei auf, dass optimal abgestimmte Prozessparameter im gesamten Fertigungsprozess eine Grundvoraussetzung sind, um das erforderliche Reinigungsergebnis wirtschaftlich zu erreichen. Die unterschiedlichen Bestandteile wässriger Reinigungschemie wurden in diesem Referat ebenso thematisiert wie der Anlagenbau und Verfahren zur Überwachung der Badqualität. Mit Lösungen für eine qualitätssichernde Prozessführung beschäftigte sich der Vortrag von André Lohse, SITA Messtechnik GmbH. Vorgestellt wurde dabei Messmethoden zur kontinuierlichen Ermittlung der Tensidkonzentration m Reinigungsbad, der Überwachung der Verschmutzung durch Öle und Fette in den Reinigungs- und Spülbädern sowie zur Kontrolle der erzielten filmischen Sauberkeit. Den Anwendungsgebieten salzfreier Reiniger, so genannter Neutralreiniger, widmete sich der Vortrag von Jens Emmrich, Projektmanager industrielle Reinigung bei der SurTec Deutschland GmbH. Er zeigte dabei die Vorteile dieser Reiniger auf – auch unter dem Aspekt 1- und 2-Komponenten-Systeme sowie der Anpassung an verschiedene Reinigungsverfahren wie Tauch-, Spritz- und Ultraschallreinigung. Darüber hinaus stand der temporäre Korrosionsschutz im Fokus, der mit diesen Reinigungssystemen erreicht werden kann. Unter dem Titel „Wir strahlen anders“ stellte Olav G. Schulz, Geschäftsführer der SLCR Lasertechnik GmbH, die Möglichkeiten, Potenziale und Grenzen der Laserstrahltechnik in der industriellen Teilereinigung vor. Verdeutlicht wurden dabei die verschiedenen Wirkprinzipien des Verfahrens und die erzielbaren Effekte beim Reinigen, Aufrauen und Aktivieren. Ein weiterer Punkt war die Automatisierung der Reinigung. Mit der Optimierung der Reinigung auf Basis der Prozesskettenanalyse beschäftigte sich der Vortrag von Reiner Grün, Vorsitzender des FiT. Er beleuchtete die Kriterien für die Auswahl der Reinigungschemie, Anlagen-, Verfahrens- und Aufbereitungstechnik unter dem Gesichtspunkt Verschmutzung und erforderliche Sauberkeit für den nachfolgenden Fertigungsschritt wie beispielsweise mechanische Bearbeitung, Wärmebehandlung oder Montage. Die Einflussgröße Restmagnetismus: Analyse von aktuellen Anforderungen und Entmagnetisierverfahren thematisierte Marek Rohner, Head of Technology bei der Maurer Magnetic AG. Aufgezeigt wurde wie Grenzwerte für Restmagnetismus bei verschiedenen Anwendungen festgelegt werden. Eine Beschreibung der vor Reinigungsanlagen eingesetzten Wechselfeld-Entmagnetisiersysteme verdeutlichte wie sich die Verfahren effektiver einsetzen lassen. Der Online-Konzentrationsmessung des Reinigerbestandteils Builder mittels akustischer Wellenleiter widmete sich das Referat von Michael Münch, Geschäftsführer der SensAction AG. Er informierte die Teilnehmer über den Aufbau und die Einbaumöglichkeiten des Messsystems bei Reinigungsanlagen sowie über die Kalibrierung, die auf Basis des spezifischen Reinigers sowie der Prozessparameter Temperatur und Dichte erfolgt. Die Selektivität der Messung lässt sich auf Öle, Fette und Reste von Kühlschmiermitteln auslegen. Dr. Rolf Schreinert von der EnviroFalk GmbH ging in seinem Vortrag auf die Aufbereitung der verschiedenen Medien wässriger Reinigungsprozesse ein. Beleuchtet wurden dabei die Möglichkeiten und Einsatzgebiete der Ultrafiltration und Umkehr-Osmose sowie die Herstellung von VE-Wasser. Von Dieter Ortner, Vertriebsleitung Technik International bei der Pero AG, erfuhren die Teilnehmer anhand eines Anwendungsbeispiels, wie bei Klebeflächen von elektrischen Leistungsmodulen für die Elektromobilität mit modifiziertem Alkohol reinigen lassen. Dabei sind definierte Vorgaben sowohl hinsichtlich partikulären als auch filmischen Restschmutzes einzuhalten. Ortner stellte in seinem Vortrag die verschiedenen Schritte der Medien- und Verfahrensauswahl vor. Die Teilnehmer des Forums Bauteilreinigung waren sowohl mit dem breit gefächerten Vortragsangebot als auch der Qualität der Referate sehr zufrieden und konnten zahlreiche Anregungen mit in ihre Unternehmen nehmen. Dies trifft auch auf die 65 Unternehmen zu, die während der ZVO-Oberflächentage Produkte und Dienstleistungen präsentierten. Die nächsten ZVO Oberflächentage finden vom 23. bis 25. September 2015 in Berlin statt. Vortragsvorschläge für das integrierte Forum Bauteilreinigung können bis 31.01.2015 an Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmail(at)zvo.org zusammen mit einem Abstract und einer Referentenvita eingereicht werden: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.oberflaechentage.de/Vortragsaufruf-2015.

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