Greenfield-Hüttenwerk von Tata Steel in Betrieb

SMS group lieferte Konverterstahlwerk nach Indien

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In der ersten Phase des Investitionsprogramms von Tata Steel am Standort Kalinganagar im indischen Bezirk Odisha gingen im März 2016 das Konverterstahlwerk, sekundärmetallurgische Anlagen und eine Brammenstranggießanlage in Betrieb. Das integrierte Hüttenwerk von Tata Steel ist für eine Jahresproduktion von mehr als sechs Millionen Tonnen Stahlbrammen ausgelegt. Der Großteil der Anlage stammt von der deutschen SMS group (Düsseldorf). Dazu gehören eine Doppelroheisenentschwefelungsanlage, ein Konverterstahlwerk mit einer Ecoplants-Gasreinigungs- und Rückgewinnungsanlage, eine CAS-OB-Anlage (Composition Adjustment by Sealed argon bubbling – Oxygen Blowing), eine RH-Entgasungsanlage (Ruhrstahl-Heraeus-Verfahren) sowie eine Zweistrang-Brammengießanlage. SMS group lieferte außerdem die komplette X-Pact-Elektrik und -Automation einschließlich Level 2. Die Prozessrouten im Stahlwerk sind nach eigenen Angaben hochflexibel: Der Stahl kann in den sekundärmetallurgischen Anlagen CAS-OB und/oder RH-Anlage behandelt werden. Damit ist die Herstellung einer Vielzahl von Stahlqualitäten möglich. Im neuen Konverterstahlwerk ist der erste von drei Konvertern mit jeweils 310 Tonnen Kapazität bereits in Betrieb gegangen. Die SMS group lieferte das Konvertergefäß, den Tragring, die Gefäßbefestigung mit dem patentierten Lamellensystem der neuesten Generation sowie den Kippantrieb, die Anlagen zur Materialbeschickung und weitere Nebenanlagen. Der Konverter wurde mit einem Bodenspül-System ausgerüstet, das für die Herstellung einiger besonders hochwertiger Stahlsorten erforderlich ist. Die Ecoplants-Gasreinigungsanlage ist mit dem Baumco-CO-System ausgestattet. Damit kann ein großer Teil der chemischen Energie, die sich in Form von Kohlenstoff in der Schmelze befindet, als Kohlenmonoxid-(CO)-Gas beim Konverterprozess zurückgewonnen werden. Die Primärgase werden in zwei Stufen mit einem Venturiwäscher gereinigt. Die Gasrückgewinnungsanlage führt das Gas in das Werksnetz zurück. In der CAS-OB-Anlage wird mit Hilfe von Inertgas ein schlackenfreier Bereich an der Oberfläche der Schmelze geschaffen, in den eine Glocke aus Feuerfestmaterial eingebracht wird. Nun können in einer Schutzgasatmosphäre Legierungselemente hinzugefügt werden, ohne dass es zu einem Verschlacken des Metalls oder Reaktionen mit der Atmosphäre kommt. Die Zugabe von Aluminium und das Aufblasen von Sauerstoff auf die Stahloberfläche innerhalb der Glocke erzeugt eine exotherme chemische Reaktion, welche die Temperatur des Stahls erhöht. Die Zugabe der Legierungselemente in einer Schutzgasatmosphäre sowie die Möglichkeit, die Schmelze nach der chemischen Erhitzung zu rühren, führen zu einem verbesserten Reinheitsgrad und einer Homogenisierung des Stahls. Die von der SMS group gelieferte Vertikalabbiegeanlage mit zwei Strängen ist für die Produktion von Qualitäts-Brammen mit einer Dicke von 230 mm und Breiten zwischen 1.000 und 2.000 mm ausgelegt. Die maximale Gießgeschwindigkeit der Anlage beträgt 1,90 m in der Minute.  www.sms-group.com