Legiertes Gusseisen – Teil 2

Exklusiv
GP 04/2012
Forschung
Eisengusswerkstoffe

Gusseisen ist weltweit der mit Abstand wichtigste Gusswerkstoff. An dieser Stellung wird sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern. Gusseisen ist vom Prinzip her eine Eisenkohlenstofflegierung, die eine Vielzahl weiterer Elemente enthält. Diese zusätzlichen Elemente üben einen wesentlichen Einfluss auf die Gefügebildung und dieWerkstoffeigenschaften von Gusseisen sowie auf das Verhalten der daraus hergestellten Bauteile aus. Je nach Standpunkt und Zielsetzung werden diese Elemente als normale Bestandteile des Gusseisens, als Begleit- oder Spurenelemente, als Verunreinigungen oder als Legierungselemente im engeren Sinne betrachtet. In einer losen Folge von Beiträgen sollen die Wirkungen von Legierungselementen auf die Gefügebildung und die Eigenschaften von Gusseisen behandelt werden. 2. Gefügebildung bei Gussstücken aus technischem Gusseisen
Die bisherigen Ausführungen befassten sich mit dem Verhalten von Eisenkohlenstofflegierungen unter Gleichgewichtsbedingungen. Die Zustandsdiagramme beschreiben einen Idealzustand, der sich, wenn überhaupt, nur nach sehr langen Zeiten einstellt. Technisches Gusseisen ist ein Vielstoffsystem, bei dem es zu zahlreichen in den Zustandsdiagrammen kaum erfassbaren Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Elementen kommt. Noch gravierender wirkt sich der Zeitfaktor aus, nämlich die Kinetik der Phasenbildung und -Umwandlung. Selbst unter Laborbedingungen lassen sich die vielen Einflussgrößen nicht restlos erfassen oder völlig konstant halten. Unter technischen Bedingungen in einer Gießerei sind die Anzahl der Einflussgrößen und ihre Variationsmöglichkeiten noch viel größer. 1962 wurden z. B. über 20 Einflussgrößen aufgezählt [20]...

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