Messen in Zeiten des Coronavirus

GIESSEREI PRAXIS 03/2020
Tagungen und Messen
Das Coronavirus legt die Messewelt lahm. Etliche Aussteller und auch Besucher stehen jetzt vor vielen Fragen. Welche Regelungen für deutsche Messen rund um die Gießerei-Industrie gelten, lesen Sie hier.

Metav, ÖGI-Tagung, Energy Storage, Wire und Tube – Messen und Tagungen, auf denen sich die Gießerei-Branche austauschen wollte, sind angesichts der Corona-Pandemie erst einmal abgesagt oder verschoben. Für einige der Veranstaltungen stehen schon neue Termine fest. Mindestens bis
Ostern werden wohl alle Veranstaltungen ausfallen und es ist absehbar, dass es wahrscheinlich auch darüber hinaus erst einmal so bleiben wird. Wir geben einen Überblick über Ausweichtermine und was Sie tun können, wenn Sie bereits eine Messe als Aussteller oder Besucher geplant hatten.

Neue Termine: Metav, Tube und Wire, Eisenwarenmesse
Die Metav, die Messe für Technologien der Metallbearbeitung, die vom 10. bis 13. März 2020 in Düsseldorf stattfinden sollte, wird vom 23. bis 26. März 2021 stattfinden. Dies teilte der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) mit. Der VDW veranstaltet die Messe. „Da die weitere Entwicklung nicht absehbar ist, haben wir uns kurzfristig entschlossen, die Metav zu
verschieben. In Abstimmung mit unserem Partner, der Messe Düsseldorf, werden wir den neuen Termin zeitnah bekanntgeben, damit Aussteller und Besucher so schnell wie möglich Planungssicherheit haben“, sagt VDW-Geschäftsführer Wilfried Schäfer. Bereits geschlossene Verträge und gekaufte Tickets behielten für den neuen Termin ihre Gültigkeit, sagt VDW-Sprecherin Sylke Becker. Mit denjenigen, die den neuen Termin nicht wahrnehmen könnten, gebe es bilaterale Gespräche, so Becker. Betroffene können sich an den Projektleiter der Metav, Martin Göbel, richten: Telefonisch unter 069/756 081 54 oder per E-Mail unter
m.goebel(at)vdw.de.
Die Internationale Eisenwarenmesse, die alle zwei Jahre in Köln stattfindet, hat auch schon einen neuen Termin für das kommende Jahr angekündigt: Vom 21. bis 24. März 2021 sollen sich in Köln die Tore für die Eisenwarenbranche wieder öffnen.

Noch kein Ersatztermin für die Energy Storage
Die Messe Düsseldorf hat die Messen Energy Storage, Tube und Wire und interpak abgesagt. Die Tube und Wire wird vom 7. bis 11. Dezember 2020 stattfinden, der Ausweichtermin für die interpak ist der 25. Februar bis 3. März 2021. Für die Energy Storage lag bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch kein neuer Termin vor. Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf GmbH sagt zu der Entscheidung, die Messen abzusagen: „Unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter vertrauen uns. Nicht nur, was die professionelle und erfolgreiche Abwicklung internationaler Großveranstaltungen in Düsseldorf angeht. Dieses Vertrauen können sie auch dann in uns haben, wenn wir kritische Lagen im Sinne ihrer Sicherheit entscheiden.“ „Diese Entscheidung ist allen Beteiligten nicht leichtgefallen“, so Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf und Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Düsseldorf GmbH. „Aber die Verschiebungen zum jetzigen Zeitpunkt sind für die Messe Düsseldorf und ihre Kunden angesichts der immer dynamischeren Entwicklungen erforderlich.“ Die Messe Düsseldorf informiert über die Möglichkeiten und Rechte, die Aussteller und Besucher im Zusammenhang mit der Absage haben. Verträge, die bereits für ausgefallene Messen geschlossen wurden, bleiben auch für Ersatztermine gültig, heißt es auf der Internetseite der Messe Düsseldorf. Sollten Aussteller den Ausweichtermin nicht wahrnehmen können, müssten „individuelle Lösungen in Rücksprache mit allen Beteiligten“ gefunden werden. Dazu solle man sich an die Ausstellerbetreuung wenden. Auch bereits gekaufte Besuchertickets der Messe Düsseldorf behielten ihre Gültigkeit. Wer stornieren möchte, solle sich an den Besucherservice wenden (ticket(at)messe-duesseldorf.de oder 0211/45607600). Stornogebühren fielen dafür nicht an. Bei allen weiteren Fragen steht das Team First Level Support der Messe Düsseldorf zur
Verfügung. Es ist über die E-Mail-Adresse info(at)messe-duesseldorf.de oder unter
0211/45 60 01 erreichbar.
Komplizierter wird es bei Hotelbuchungen, Flug- und Bahntickets, die für Messen bereits gebucht sind. Solange die Bundesregierung keine offizielle Reisewarnung herausgibt, gilt nicht das Prinzip der „höheren Gewalt“, sodass Hotels bislang auf ihre Buchungsbedingungen
bestehen können. Es empfiehlt sich, das Gespräch zu suchen, um eine Lösung zu finden. Der Anbieter Airbnb bietet beispielsweise eine kostenlose Stornierung für Buchungen von Unterkünften, die vor dem 14. März 2020 vorgenommen wurden und deren Buchungszeitraum vor dem 14. April beginnt, eine kostenlose Stornierung.
Ob die Kritierien für eine Buchung zutreffen, kann man erfahren, wenn man sich in sein Profil einloggt und die jeweilige Buchung aufruft.

ÖGI-Tagung: Gebühren werden zurückgezahlt
Auch die Österreichische Gießereitagung in Schladming ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Ob es einen Ersatztermin für diese Veranstaltung geben wird, war zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Das Österreichische Gießereiinstitut (ÖGI) teilte mit, dass die bereits gezahlten Teilnehmer- und Ausstellergebühren zurückgezahlt würden: Im ersten Schritt würden für alle schon fakturierten Gebühren in der KW 12/2020 eine
Gutschrift in identischer Höhe erstellt. In der darauffolgenden KW 12/2020 würden alle bereits getätigten Zahlungen aufgrund der fakturierten Tagungsgebühren von der Buchhaltung verbucht und abgestimmt. In der KW 14/2020 erfolge dann die Rückzahlung in einem gesonderten Zahlungslauf auf das Konto der getätigten Zahlung. Das ÖGI bittet darum, Hotel- und Zimmerbuchungen zu stornieren, weist aber auch daraufhin, dass dies über den österreichischen Tourismusverband laufe und sie keinen Einfluss auf Stornierungsgebühren hätten.
So viel ist klar: Das Coronavirus stellt die Welt auf den Kopf. Wer weiß wie lange? Vielleicht treffen wir uns erst einmal per Videokonferenz. Das spart auch CO2.